Kategorie: Kleiderschrank

Selber schreinern unter Zeitdruck

(C) Ernst und Meike Wagner

 

In einer Woche soll es losgehen.

Das Fahrzeug steht beim Schreiner.

Alles ist geplant.

Alles ist vorbereitet.

Hurra!

Na gut … wir hätten es besser wissen müssen.

Denn kurz darauf kam der Anruf, der unsere komplette Planung wieder einmal auf die Probe stellte:

Die Arbeiten können leider nicht gemacht werden.

Ein Mitarbeiter hatte gekündigt, der andere war langfristig erkrankt. Kurz gesagt: Es fehlten schlicht die Kapazitäten.

Eine Woche vor Reisebeginn also keine Türen, keine Lüftungsfronten und noch einige andere Kleinigkeiten, die man bei einem Wohnmobil erstaunlicherweise tatsächlich braucht.

Was tun?

Ganz einfach:

Selber schreinern.

Plan B: Ärmel hoch und los

Zum Glück bot uns die Schreinerei an, die Werkstatt nutzen zu dürfen, damit wir zumindest die Reisebereitschaft herstellen konnten.

Dafür unseren allerherzlichsten Dank!

Ohne diese Möglichkeit wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen.

Jetzt mussten nur noch Platten her.

Und zwar schnell.

Zum Glück hatten wir noch die Zwischenplatten, die beim Transport unserer Furnierplatten zum Einsatz gekommen waren.

Nicht unbedingt die Platten, die wir uns ausgesucht hätten – aber ganz ehrlich: Der Inhalt des Schrankes ist bei der Materialauswahl erstaunlich anspruchslos.

Hauptsache, die Tür geht zu.

Und noch wichtiger:

Der Inhalt bleibt drin.

Drei Tage Schreiner spielen

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Also haben wir innerhalb von drei Tagen die Türen für den Kleiderschrank und den Elektroschrank gebaut, sämtliche Lüftungsfronten gefertigt und die Schubladen des Küchenblocks angepasst, umgeleimt und wieder eingebaut.

Drei Tage.

Das klingt nach guter Planung.

War es aber nicht.

Es war eher eine Mischung aus Zeitdruck, Improvisation und der Erkenntnis, dass man mit einem Akkuschrauber erstaunlich viel Unsinn anstellen kann.

Aber irgendwie hat es funktioniert.

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Das 20er Aluprofil – unser neuer bester Freund

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Besonders spannend wurde die Frage, wie man eine Tür an einem 20er Alu-Konstruktionsprofil befestigt.

Auf dem Papier sah das natürlich ganz einfach aus.

In der Realität eher nicht.

Wir haben verschiedene Lösungen ausprobiert. Manche waren brauchbar, andere … sagen wir es diplomatisch … haben uns wichtige Erkenntnisse für die Zukunft geliefert.

Die Lösungen waren nicht optimal.

Aber genau dafür sind solche Provisorien schließlich da.

Wir wissen jetzt ziemlich genau, worauf wir bei den endgültigen Türen achten müssen.

Und das ist doch auch etwas wert.

Man baut.

Man stellt fest, dass es nicht funktioniert.

Man baut um.

Man flucht.

Man baut wieder.

Und irgendwann sagt man:

„Ja, genau so wollte ich das eigentlich von Anfang an.“

 

Hauptsache reisefertig

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Am Ende waren die Türen dran, die Lüftungsfronten montiert und die Schubladen wieder an ihrem Platz.

Nicht alles perfekt. Nicht alles endgültig.

Aber reisefertig.

Und genau das war das Ziel.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Der Selbstausbau unseres LKW-Fernreisemobils zeigt uns immer wieder: Man kann noch so schön planen – irgendjemand oder irgendetwas kommt garantiert um die Ecke und hat eine andere Idee.

Diesmal war es der Schreiner.

Beim nächsten Mal ist es wahrscheinlich eine Schraube, die genau dort sitzt, wo eigentlich keine Schraube sitzen sollte. Wir bleiben gespannt.

Denn eines haben wir inzwischen gelernt:

Beim Fernreisemobil-Ausbau ist nicht die Frage, ob etwas schiefgeht.

Die Frage ist nur:

Wie schnell finden wir eine Lösung – und wie gut können wir hinterher behaupten, dass genau das so geplant war? 😎

Also: Ärmel hoch, Werkzeug raus und weitermachen.

Warum einfach, wenn es auch selber geht? 🚚🔧

Einbau des Kleiderschranks – Das Finale

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(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Da wir die Bayernluft ungewöhnlich verbauen (ja, wir lieben Herausforderungen), mussten wir das Ansaugrohr mit Amaflex dämmen, damit sich bei der hohen Luftfeuchte nicht sofort Kondenswasser bildet. Der Taupunkt sollte so weit wie möglich im Rohrwandbereich sein – physikalisch sinnvoll, emotional eher dramatisch. Also Dämmung unter den Zwischenboden, dann Rohrverbindungen im Schrankinneren. Hätte ein Physik-Professor gehofft, es wäre elegant. Wir nennen es: funktional mit B-Note.

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Endlich durften die IKEA-Körbe rein! – Hurra! Doch Stop. Die Sichtwand, die dem Schrank „ein Gesicht geben sollte“, hatte sich leicht verzogen (ständiges Stehen war wohl zu viel für ihren selbstbewussten Charakter).

Also standen wir wieder vor Ungenauigkeiten beim Verschrauben. Zwei Schrauben fanden ihren vorgesehenen Platz nicht. Eine davon hat beim Versuch des Wiederanschraubens sogar die Einschraubmutter mit herausgezogen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Physik – wir sehen uns wieder beim nächsten Projekt.

(C) Ernst und Meike Wagner

Der vorletzte Schritt: Die Bayernluft endgültig wasserdicht und dämmtechnisch abgeschlossen. Rohre fixieren, damit sie während der Fahrt nicht anfangen zu tanzen.

Was noch fehlt, um diesen Kleiderschrank zur Legende zu machen:

  • Ein Boden oberhalb des IKEA-Korbsystems,

  • die Türen,

  • eine Kleiderstange,

  • und natürlich der Anschluss der Elektrik.

Aber hey: Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut – und wir haben immerhin den Schraubenzieher wieder gefunden. 😄

Beginn – Einbau des Kleiderschranks

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Wenn du dachtest, einen Kleiderschrank in einen LKW zu bauen sei ungefähr so kompliziert wie ein IKEA-BILLY ohne Anleitung… dann herzlichen Glückwunsch, du liegst richtig. Willkommen zu einem weiteren Kapitel unseres unperfekten Perfektionismus – diesmal mit Aluminium, IKEA und der Bayernluft, die uns ständig in die Quere kommt.

Schon ganz früh, bevor Woodies und Schraubenliebe uns als Paar verband, wussten wir: Ein Schrank soll rein. Und zwar einer, der am Ende nicht aussieht, als hätte ihn ein Betrunkener konzipiert. 😉

Alles begann mit einem Rahmen aus Aluprofilen. Nicht irgendein Rahmen. Ein Rahmen, der perfekte Maße haben sollte. Also haben wir ihn gebaut, wieder angepasst, wieder verworfen, und wieder neu angepasst. Klingt nach Perfektion? – War es nicht. Aber immerhin mussten wir erstmal den Zwischenboden und die Lüftungsrohre der Bayernluft verbauen, die natürlich abhängig von der späteren Position des Schrankes sind. Und ohne IKEA-Korbsystem? Vergiss es. Das musste vorher drin sein, sonst hätte nix gepasst. – So ähnlich hatten wir es mit der Küche bereits praktiziert.

(C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner

Mit dem Rahmen in ungefähren Maßen von: „Sollte ungefähr passen“ gingen wir zur Holzwand über. Schraubzwingen dran, erstmal mit 3 mm Löchern vorbohren (so wie wir es bereits mit unseren Bettkasten geübt hatten) – damit man später auch schön gerade bohren kann, dachten wir. Und dann: sägen. Natürlich mit etwa 2 cm Überhang – weil wir bei allem Optimismus nie vergessen, ein bisschen Chaos mit einzubauen.

(C) Ernst und Meike Wagner

In einem besonders brillanten Moment hatten wir die glorreiche Idee, die Schranktür in den Schrank verschwinden zu lassen.
Spoiler: war keine gute Idee. 🤦‍♂️

Mit auf 5 mm aufgebohrten Löchern und Senkkopf-Fräskunst war das Aluprofil endlich bereit für Schrauben, die wir mit Einschraubmuttern so platzierten, dass von außen wirklich nichts zu sehen ist. – Wenn man denn richtige Einschraubmuttern in einem 11 mm Brett findet, ohne dass sie wieder rausschauen. Kleiner Tipp: Viel Kaffee hilft. Und Gelassenheit. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

 (C) Ernst und Meike Wagner

Nachdem das Gestell 20-mal an- und abgebaut war (gefühlte 200), kam der große Moment: Der definitive Einbau.
Zuerst die Wand am Bett fixiert, dann das Alugestell festgeschraubt und final an der Außenwand verschraubt. – Puh. Anschließend alle Kabel durch den Boden in den Schrank verlegt, Kabelkanäle verschraubt (damit es auch schick aussieht) und die Löcher für Zigarettenanzünder sowie die Bedienfelder unserer Heizung gebohrt. Natürlich alles vorher festgelegt, sonst hätten wir jetzt USB-Stecker aus der falschen Ecke fischen müssen. 😉

(C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner