Es wird wieder umgeplant
Wer unseren Ausbauverlauf schon eine Weile verfolgt, weiß: Bei uns ist ein Plan ungefähr so stabil wie ein Kartenhaus im Ventilator. Wir machen uns Gedanken, zeichnen Skizzen, messen alles dreimal nach… und bauen es dann trotzdem anders. Manchmal freiwillig. Manchmal, weil uns die Realität freundlich aber bestimmt darauf hinweist, dass unser Plan ungefähr so praxisnah war wie ein Whirlpool im Handschuhfach.
Diesmal ging es um das Thema Gasinstallation im LKW-Kofferaufbau.
Ein Thema, bei dem man als Selbstausbauer sehr schnell merkt, dass „Pi mal Daumen“ keine offiziell anerkannte Maßeinheit ist.
Unsere Idee war eigentlich ziemlich genial. Also zumindest fanden wir das.
Die Gasflasche sollte auf der Fahrerseite hinter einer Außenklappe sitzen. Schön zugänglich, ordentlich befestigt und natürlich so, dass wir jederzeit an die Verschlüsse der Halterung kommen.
Direkt daneben wollten wir noch eine zusätzliche Zwischentür in den Gaskasten einbauen. Dadurch hätten wir durch die gleiche Außenklappe nicht nur die Gasflasche erreichen können, sondern auch unsere Wasserversorgung und die Anschlüsse der Außenversorgung direkt neben Martha.

Kurz gesagt:
Ein cleverer, kompakter Technikbereich.
Ein kleines Meisterwerk deutscher Garageningenieurskunst.
Also… auf dem Papier.
Das einzige kleine Detail:
Der Gaskasten hätte dafür zwei Türen gebraucht.
Und genau hier beginnt die Stelle der Geschichte, an der wir uns selbst fragen, warum wir nicht vorher jemanden gefragt haben, der sich wirklich damit auskennt.
Bevor wir also fröhlich Löcher in unseren Kofferaufbau schneiden und danach versuchen zu erklären, warum da plötzlich zwei Türen im Gaskasten sind, hatten wir eine seltene Eingebung:
Wir fragen vorher den Gasmann.
Eine Entscheidung, die im Nachhinein betrachtet ungefähr so klug war wie ein Sicherheitsgurt im Auto.
Der gute Mann hörte sich unsere grandiose Planung geduldig an, nickte ein paar Mal und sagte dann einen Satz, der in etwa die Wirkung eines Presslufthammers auf ein Kartenhaus hatte:
„Ein Gaskasten darf nur eine Tür haben.“
Ende der Planung.
Applaus.
Vorhang.

Das besonders Ironische daran:
Diese Seite unseres Aufbaus hat ohnehin schon eine gewisse… Geschichte.
Kurz gesagt:
Diese Seite unseres Fahrzeugs scheint ein Eigenleben zu führen.
Denn genau hier haben wir bereits einmal eindrucksvoll bewiesen, dass man auch mit viel Enthusiasmus komplett danebenliegen kann.
Wer sich noch einmal anschauen möchte, wie wir diese Fahrzeugseite bereits einmal erfolgreich verhunzt haben, darf gerne hier nachlesen:
Und weil wir offensichtlich der Meinung waren, dass ein Fehler alleine sich langweilt, folgte kurz darauf noch eine Planänderung, die uns eine wunderbar sichtbare Alu-Profilstange quer durch das obere Drittel der Außenklappe beschert hat:
Kurz gesagt:
Diese Seite unseres Fahrzeugs scheint ein Eigenleben zu führen.
Ich bin inzwischen relativ sicher, dass irgendwo im Blech ein kleiner Dämon wohnt, der immer dann aktiv wird, wenn wir glauben, einen guten Plan zu haben.
Und genau dort wollten wir jetzt auch noch die Gasinstallation unterbringen.
Was soll da schon schiefgehen.
Während ich noch damit beschäftigt war, unsere Planung innerlich zu betrauern und überlegte, ob man einen Gaskasten vielleicht einfach unsichtbar denken kann, kam von Meike eine neue Idee.
Eine von diesen Ideen, bei denen man kurz denkt:
„Moment… das ist eigentlich ziemlich clever.“
Ihre Lösung:
Der Gaskasten kommt einfach in das 2. Segment der Eckbank.
Genauer gesagt in das mittlere Segment der Sitzbank.

Der Raum ist dort zwar ungefähr so großzügig bemessen wie eine Economy-Class-Beinfreiheit bei Billigfliegern, aber technisch funktioniert es.
Der Zugriff erfolgt von oben über die Sitzfläche.
Das bedeutet zwar, dass man im Zweifel erst einmal das Sitzpolster anheben muss, aber dafür erfüllt der Gaskasten eine ganz wichtige Vorschrift:

Er hat nur eine Tür.
Der ursprüngliche Raum hinter der Außenklappe bleibt dadurch frei für unsere:
-
Wasserversorgung
-
Außenanschlüsse
Und ganz ehrlich:
In kreativen Umplanungen und gepflegtem Improvisationspfusch haben wir inzwischen wirklich Übung.
Jetzt muss nur noch der Gasmann seinen Segen geben.
Und vielleicht ein kleines Stoßgebet sprechen.
Die Gasflasche soll an der Innenwand an zwei Punkten befestigt werden.
Davor sitzt der Crashsensor von GOK, der über einen Schlauch an ein starres Gasrohr angeschlossen wird.
Dieses Gasrohr verschwindet dann durch den Boden nach draußen.
Dasselbe Prinzip gilt für:
-
unsere Gas-Außenversorgung
-
den Herd mit Backfunktion
Unter dem Fahrzeug werden diese drei Gasleitungen miteinander verbunden.
Der Vorteil:
Im Innenraum bleiben die Rohrstrecken möglichst kurz.
Und je weniger Gasleitungen im Innenraum herumturnen, desto besser schläft man nachts. Besonders wenn man weiß, wer sie eingebaut hat.
Natürlich wäre es kein echter Ausbaufortschritt bei uns, wenn nicht irgendwo noch ein kleines Problem lauern würde.
Unser Herd hat nämlich einen sehr eigenen Charakter.
Der starre Gasanschluss sitzt – von vorne betrachtet – hinten auf der linken Seite.
Das wäre vollkommen unproblematisch…
wenn der Herd nicht bereits eingebaut wäre.
Das bedeutet nun, dass wir irgendwie ein starres Gasrohr anschließen müssen, während der Herd bereits fest im Möbel sitzt und uns dabei ungefähr so viel Bewegungsfreiheit lässt wie ein Zahnarzttermin mit Handschellen.
Die aktuelle Idee sieht folgendermaßen aus:
Das Gasrohr wird am Herd angeschlossen, dann nach rechts bis zur Küchenseitenwand geführt, die sich in Richtung Schiebetür befindet. Dort machen wir eine 90-Grad-Biegung nach unten, bevor das Rohr durch den Boden nach draußen verschwindet.
Durch diese Führung sollte ein kleines bisschen Spiel im Rohr entstehen – gerade genug, um den Anschluss am Herd überhaupt montieren zu können, ohne gleichzeitig die komplette Küche wieder zu zerlegen.
Zumindest ist das der Plan.
Und wie wir inzwischen wissen, ist ein Plan bei uns vor allem eines:
Eine spannende Vermutung darüber, wie es vielleicht funktionieren könnte.
Wenn man eines aus unserem Ausbauprojekt lernen kann, dann vermutlich das:
Selbstausbau besteht zu etwa
-
20 % aus Planung
-
30 % aus Bauen
-
und zu 50 % aus Umplanen
Manchmal fühlt sich das Ganze ein bisschen so an, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, bei dem ständig jemand neue Teile dazulegt.
Aber genau das macht den Ausbauverlauf von Heilix Blechle auch aus:
Es läuft nicht perfekt.
Es läuft realistisch.
Mit Ideen, Fehlplanungen, spontanen Geistesblitzen und der gelegentlichen Erkenntnis, dass man vielleicht doch noch einmal jemanden fragen sollte, der sich wirklich damit auskennt.
Und deshalb sind wir uns ziemlich sicher:
Dieser Plan wird auch nicht der letzte gewesen sein.
Fortsetzung folgt.
Sehr wahrscheinlich nach der nächsten Planänderung.































































































