Kategorie: Bauteile

230V-Anlage zieht ein

(C) Ernst und Meike Wagner

Wer unseren bisherigen Ausbauverlauf verfolgt hat, weiss: Beim Projekt HeilixBlechle wird viel geplant, viel geflucht – und erstaunlich oft funktioniert am Ende sogar etwas. Nachdem wir bereits unseren Elektroschrank gebaut haben (siehe unseren Beitrag zum Elektroschrank im Kofferaufbau), stand nun der nächste logische Schritt an:
Die 230-Volt-Anlage zieht ein.

Und ja, ab diesem Punkt wird aus „ein bisschen Camper basteln“ plötzlich „bitte nichts falsch machen, sonst wird’s spektakulär“.

Unser Elektroschrank steht bereits und ist mehr als nur eine hübsche Holzkiste mit Kabeln. Er ist ein zentraler Baustein – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die spätere Umschlüsselung des Fahrzeugs. Ohne saubere Elektrik kein „Prüferlächeln“, und ohne „Prüferlächeln“ kein Wohnmobil.

Mit anderen Worten:
Der Schrank ist das Gehirn unseres fahrenden Chaosprojekts.

Wer unsere bisherigen Bauetappen kennt, weiss: Planung ist bei uns meistens eine Mischung aus Skizze, Kaffeesatz und optimistischem Schulterzucken. Trotzdem musste hier ausnahmsweise einmal präzise gedacht werden.

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Für unsere 230-Volt-Versorgung haben wir uns einen 2,5-kW-Wechselrichter gegönnt. Klingt erst mal harmlos. Ist es aber nicht.

Denn bevor das gute Stück überhaupt irgendwo festgeschraubt werden durfte, mussten wir zuerst klären, wo unsere Batterien überhaupt wohnen sollen.

Und plötzlich wird klar:
Eine Batterie ist nicht einfach nur eine Batterie. Sie ist ein ziemlich energiereiches Objekt, das im Zweifel mehr Leistung freisetzen kann als unsere gesamte Planungskompetenz verkraftet.

Um es plastisch auszudrücken:
Wenn da theoretisch 5 kW Energie gleichzeitig frei werden, dann ist das kein „Oops“, sondern eher ein „Feuerwehr bitte sofort“.

Also kam als erstes ein Deckel auf die Batterie. Ganz simpel, ganz unspektakulär – aber extrem wichtig.
Denn nichts wäre peinlicher, als wenn irgendeine Schraube, ein Werkzeug oder ein besonders neugieriger Bastlerfinger plötzlich einen Kurzschluss produziert.

Bei der Batterieposition ging es nicht nur um Platz, sondern auch um Logik.

Der Not-Aus-Schalter soll vorne im Schrank sitzen, gut erreichbar – also auch dann, wenn man gerade hektisch versucht herauszufinden, warum irgendwo etwas komisch riecht.

Daraus ergab sich automatisch:

  • Pluspol links

  • Minuspol rechts bzw. an der Rückwand

Am Minuspol sitzt später auch direkt der Shunt, damit wir jederzeit sehen können, was unsere Batterie gerade treibt.

Oder anders gesagt:
Ob sie fleissig Energie liefert – oder still und heimlich beleidigt leer wird.

(C) Ernst und Meike Wagner

Nachdem Batterieposition und Sicherheitsüberlegungen geklärt waren, ging es wieder zum eigentlichen Thema zurück:
Der Wechselrichter braucht ein Zuhause.

Und hier kam unser nächstes kleines Ausbau-Detail ins Spiel.

Unsere Schrankwände bestehen aus 10-mm-Holzplatten. Das ist leicht, stabil – und für viele Dinge absolut ausreichend.

Aber ein Wechselrichter in einem LKW-Koffer erlebt während der Fahrt etwas, das man höflich „ständige Vibrationen“ nennt.

Oder weniger höflich:
Dauerhafte Schüttelprüfung für jedes Bauteil.

Deshalb wollten wir das Gerät nicht einfach ins Holz schrauben. Stattdessen haben wir Alu-Profile verbaut, auf denen der Wechselrichter stabil befestigt wird.

Das Ergebnis:
Mehr Stabilität, weniger Risiko, und eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, dass uns irgendwann während der Fahrt ein 2,5-kW-Gerät entgegenkommt.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Direkt neben dem Wechselrichter sitzt unser Sicherungskasten.

Dabei war uns ein Punkt besonders wichtig:
230-Volt-Kabel und 12-Volt-Kabel sollen sich möglichst nicht begegnen.

Nicht weil sie sich nicht mögen – sondern weil wir später noch verstehen möchten, welches Kabel eigentlich wofür zuständig ist.

Also haben wir die Leitungen sauber getrennt geführt.
Alle Kabel laufen ordentlich in den Sicherungskasten, werden dort verklemmt, und von dort aus gehen die Leitungen weiter zu den Steckdosen.

Das Ziel war klar:
Wenn irgendwann etwas nicht funktioniert, möchten wir nicht archäologisch nach Kabeln graben müssen.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Nachdem alle Steckdosen verkabelt und verschraubt waren, folgte der wichtigste Schritt:

Nachmessen. Alles. Mehrfach.

Denn Elektrik ist kein Bereich, in dem man mit einem optimistischen
„Das wird schon passen“ arbeiten sollte.

Erst nachdem wirklich alles überprüft war, wurde die Batterie an den Wechselrichter angeschlossen. Danach haben wir die Vorrangschaltung und Ladeeinheit getestet, kontrolliert ob alles sauber arbeitet – und uns langsam an den ersten Test der Anlage herangetastet.

Ein Moment voller Spannung.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Nun ja.

Sagen wir so:
Es hat nichts gebrannt, nichts hat geknallt und wir mussten keinen Feuerlöscher benutzen.

Für ein DIY-Projekt unserer Kategorie ist das bereits ein sehr solides Zwischenergebnis.

Und damit steht fest:
Unsere 230-Volt-Anlage im LKW-Kofferaufbau lebt.

Wie es weitergeht – und welche neuen Herausforderungen unser Ausbauprojekt für uns bereithält – erfahrt ihr natürlich im nächsten Beitrag unseres Ausbauverlaufs.

Wir ahnen bereits:
Langweilig wird es nicht.

Fortsetzung folgt …