Kategorie: Wasser

2. Wasserschaden

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Wenn der Koffer plötzlich weint

Naja … ein Wasserschaden ist es eigentlich nicht.

Aber es hat viel Aufwand bedeutet.

Und genau deshalb bekommt das Ganze natürlich einen eigenen Beitrag.

Denn nach all den Arbeiten an unserem LKW-Kofferaufbau kam irgendwann der Moment, auf den man als Selbstausbauer gleichzeitig hinfiebert und den man am liebsten vermeiden möchte:

Die erste richtige Ausfahrt.

Drei Tage unterwegs. Nicht nur mal kurz um den Block, sondern mit unserem HeilixBlechle so, wie es später auch einmal genutzt werden soll.

Und was soll ich sagen?

Es lief.

 

Die erste Ausfahrt – und plötzlich funktioniert tatsächlich alles

Strom war immer ausreichend vorhanden.

Wasser ebenfalls.

Der Kühlschrank lief und kühlte, wie er sollte – und das sogar bei ungefähr 35 Grad Außentemperatur.

Die Toilette?

Absolut top.

Die Kühlbox funktionierte bestens.

Die Küche erfüllte ihren Zweck.

Kurz gesagt:

Alles in bester Ordnung.

Nach monatelangem Bauen, Planen, Messen, Nachmessen, Fluchen, Umplanen und gelegentlichem „Das müsste jetzt aber wirklich passen“ war das schon ein ziemlich ungewohntes Gefühl.

Es funktionierte einfach.

Fast schon verdächtig.

Wer unseren Ausbauverlauf kennt, weiß allerdings: Wenn bei uns etwas zu gut läuft, sollte man besser nicht zu laut darüber sprechen.

Das Universum hört mit.

 

Glück gehabt – oder doch nicht?

Glücklicherweise hatten wir uns auf unserem Stellplatz etwas umgestellt.

Dadurch stand unser Kofferaufbau leicht schräg.

Damals dachten wir noch:

„Na gut, ist halt nicht ganz gerade.“

Später stellte sich heraus:

Das war vermutlich unser Glück.

Denn irgendwann sehe ich an einer Ecke unseres Koffers etwas, das dort definitiv nicht hingehört.

Wasser.

Es läuft aus dem Koffer.

Wasser!

Aus unserem Koffer!

Und wie Bernhard flegt zu sagen: „Ich glaub ich hab ein Kabelbrand am Herzschrittmacher“

Ich:

„Hääää???“

Was soll das?

Nach all den Überlegungen zur Wasserversorgung sollte doch gerade so etwas nicht passieren.

Und genau für solche Situationen hatte ich beim Bau mehrere Abläufe im Koffer vorgesehen.

Nicht etwa, weil ich übervorsichtig bin.

Also … vielleicht ein bisschen.

Aber hauptsächlich natürlich, weil ich ein Genie bin.

Zumindest in meiner eigenen Vorstellung.

Die Abläufe haben jedenfalls eine wichtige Aufgabe: Sollte irgendwo Wasser austreten, soll es möglichst schnell nach außen gelangen, bevor wir im Koffer eine kleine Wellnesslandschaft eröffnen.

Eine Badewanne war beim Ausbau nämlich nicht vorgesehen.

Zumindest nicht im Boden.

Die Fehlersuche beginnt

 

(C) Ernst und Meike Wagner  (C) Ernst und Meike Wagner

 

Die Ursache war vermeintlich schnell gefunden.

Der Pundmann-Wasserboiler war undicht.

Na prima.

Also Boiler wieder ausgebaut.

Das ist übrigens eine der schönsten Tätigkeiten beim Selbstausbau:

Man baut etwas sorgfältig ein, freut sich darüber, dass es endlich funktioniert – und baut es kurze Zeit später wieder aus.

Man könnte das auch als Kreislaufwirtschaft bezeichnen.

Oder als Beschäftigungstherapie.

Der Boiler wurde in ausgebautem Zustand überprüft.

Und jetzt wurde es interessant.

Denn:

Alles dicht.

Kein Tropfen.

Nichts.

Gar nichts.

Der Boiler machte plötzlich genau das, was ein Wasserboiler machen soll:

Er hielt Wasser.

Natürlich.

Warum sollte er auch genau dann undicht sein, wenn man ihn zur Fehlersuche ausbaut?

Das wäre ja viel zu einfach.

Vielleicht war der Wasserdruck das Problem

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Also begann das große Grübeln.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass ich dem Boiler beim ersten Test den maximal möglichen Leitungsdruck zugemutet hatte.

Das System unserer Wasserversorgung arbeitet grundsätzlich mit einem definierten Druck.

Wenn das Wasser erwärmt wird, dehnt es sich aus.

Und wenn sich Wasser ausdehnt, steigt bei einem geschlossenen System natürlich der Druck.

Soweit die Theorie.

In Kombination aus hohem Ausgangsdruck und Erwärmung könnte der Druck im Boiler also über den zulässigen Bereich gestiegen sein.

Und irgendwo muss der Druck dann hin.

Wasser sucht sich bekanntlich seinen Weg.

Und Wasser hat dabei ungefähr so viel Respekt vor unseren Bauplänen wie wir vor einem weiteren Umbau.

Aber warum kommt das Wasser dort heraus?

Genau hier wurde es für mich allerdings interessant.

Im Boiler befindet sich ein Überdruckventil.

Wenn der Druck zu hoch wird, kann dieses Ventil Wasser ableiten.

Das Problem:

Warum wird das Wasser dann direkt aus dem Boiler herausgeführt?

Dafür gibt es doch ein eigenes Überdruckventil, das ich zusätzlich installiert und sogar nach außen geführt habe.

Genau dafür.

Das sollte doch eigentlich der kontrollierte Weg sein.

Und nicht:

„Hallo, ich bin Wasser. Ich suche mir jetzt selbst einen Ausgang.“

Was mich zusätzlich stutzig machte:

Nachdem wir den Druck auf ein normales Niveau abgelassen hatten, trat kein weiteres Wasser mehr aus.

Gar nichts.

Und genau das passt für mich nicht so recht zu einer klassischen Undichtigkeit.

Denn wenn irgendwo wirklich eine undichte Stelle vorhanden wäre, müsste dort doch eigentlich weiterhin Wasser austreten.

Tut es aber nicht.

Zumindest bisher.

(C) Ernst und Meike Wagner

Also wieder einbauen und hoffen?

Was bleibt einem in so einer Situation?

Natürlich.

Den Boiler wieder einbauen.

Denn genau so funktioniert professioneller Selbstausbau.

Erst ausbauen.

Dann prüfen.

Nichts finden.

Dann wieder einbauen.

Und anschließend besonders aufmerksam zuhören, ob irgendwo Wasser tropft.

Vielleicht ist das ja die eigentliche Definition von Vertrauen:

Man baut ein Teil wieder ein, obwohl man nicht hundertprozentig verstanden hat, warum es vorher überhaupt Wasser verloren hat.

Der Boiler sitzt jedenfalls wieder an seinem Platz.

Und aktuell ist alles dicht.

Wassermelder – weil Vertrauen gut, Kontrolle aber schöner ist

Ganz ohne Konsequenzen wollten wir die Geschichte allerdings nicht lassen.

Rund um den Boiler haben wir deshalb mehrere Wassermelder platziert.

Sollte sich also irgendwo wieder ein Tropfen selbstständig machen, bekommen wir hoffentlich mit, bevor aus einem kleinen Tropfen ein Innenausbau mit Schwimmbadfunktion wird.

Das ist vielleicht ein bisschen paranoid.

Aber wer einmal monatelang einen LKW-Kofferaufbau ausgebaut hat, entwickelt irgendwann eine sehr persönliche Beziehung zu Flüssigkeiten.

Vor allem zu solchen, die sich nicht dort befinden, wo sie hingehören.

Denn Wasser ist im Grunde ein ziemlich beeindruckendes Zeug.

Man gibt ihm einen Schlauch.

Man gibt ihm eine Leitung.

Man gibt ihm einen Ablauf.

Man gibt ihm klare Anweisungen.

Und Wasser antwortet:

„Danke für die Vorschläge.“

Fazit: Kein Wasserschaden. Aber trotzdem Arbeit.

Am Ende können wir aktuell Entwarnung geben.

Unser vermeintlicher Wasserschaden war kein klassischer Wasserschaden.

Der Pundmann-Wasserboiler ist wieder eingebaut.

Das System funktioniert.

Der Druck ist auf einem normalen Niveau.

Und bisher bleibt alles trocken.

Ob unsere Vermutung mit dem zu hohen Druck tatsächlich die Ursache war, werden wir allerdings erst mit der Zeit und weiteren Tests sicher wissen.

Deshalb bleiben die Wassermelder erst einmal dort, wo sie sind.

Denn genau das ist für uns ein wichtiger Teil des gesamten Ausbaukonzepts:

Nicht alles muss beim ersten Versuch perfekt sein.

Aber man sollte Probleme möglichst früh erkennen.

Unsere erste Ausfahrt hat jedenfalls gezeigt, dass die grundsätzliche Technik funktioniert – und gleichzeitig genau das getan, was eine erste Probefahrt tun soll:

Sie hat uns auf die Stellen aufmerksam gemacht, bei denen wir noch einmal genauer hinschauen müssen.

Und damit hat unser HeilixBlechle seine erste Prüfung bestanden.

Nicht mit voller Punktzahl.

Aber immerhin ohne dass wir einen Swimmingpool einbauen mussten.

Für einen selbstgebauten LKW-Kofferaufbau ist das doch schon einmal ein ziemlich guter Anfang.

Fortsetzung folgt.

Natürlich.

Irgendwas wird uns schon noch einfallen.

Osmoseanlage für Trinkwasser im HeilixBlechle

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ja, jeder hat so seine Auffassung davon, wie er es mit dem Wasser hält.

Der eine trinkt aus dem Gartenschlauch, der andere möchte am liebsten vor jedem Schluck eine Wasseranalyse. Wir liegen vermutlich irgendwo dazwischen – wobei wir beim Trinkwasser dann doch etwas genauer hinschauen.

Unser Frischwasser wird bereits beim Befüllen über einen 2-Stufenfilter in die Tanks geleitet. Dieses Wasser nutzen wir zum Duschen, Waschen und für alles andere, was man im Fernreisemobil eben so mit Wasser anstellt.

Das Wasser zum Trinken bekommt bei uns allerdings eine Extrarunde.

Da wir mit einer Umkehrosmoseanlage bereits zu Hause sehr gute Erfahrungen gemacht haben, war schnell klar: So etwas kommt auch ins HeilixBlechle.

Natürlich nicht einfach von der Stange.

Selber bauen macht schließlich mehr Spaß. Zumindest behauptet man das so lange, bis man zum dritten Mal feststellt, dass das ausgesuchte Bauteil exakt drei Millimeter zu lang ist.

Wasseraufbereitung mit mehreren Stufen

Unsere selbst konstruierte Anlage wird über eine eigene Pumpe betrieben. Das Wasser wird durch die verschiedenen Filterstufen und Membranen gepresst und anschliessend als gereinigtes Wasser weitergeleitet.

Danach darf es bei uns noch eine kleine Wellnessbehandlung genießen: Das Wasser wird durch EMs und Rosenquarz verwirbelt.

Bevor es dann tatsächlich im Trinkwasserglas landet, kommt noch eine weitere Stufe dazu. Das Wasser wird durch einen UV-C-Filter von PUNDMANN geleitet. Damit werden mögliche Mikroorganismen nochmals reduziert.

So bekommt unser Trinkwasser also deutlich mehr Aufmerksamkeit als das Wasser für die Dusche.

Was vermutlich auch erklärt, warum wir beim Duschen manchmal etwas schneller fertig sind.

Die Anlage musste natürlich irgendwo hin

Und damit kam die nächste Herausforderung:

Wo baut man so etwas im ohnehin schon gut gefüllten Kofferaufbau ein?

Unsere Lösung war ein kleiner Holzkasten, in dem die komplette Osmoseanlage untergebracht ist. Dieser verschwindet im Zwischenboden und nimmt damit keinen wertvollen Platz im Wohnbereich weg.

Besonders wichtig war uns aber, dass die Anlage nicht für die Ewigkeit eingebaut wird.

Denn Winter und Wasser vertragen sich bekanntlich nur bedingt.

Deshalb haben wir die Konstruktion so ausgelegt, dass sich die komplette Anlage mit wenigen Handgriffen ausbauen und frostfrei einlagern lässt.

Das könnte sich irgendwann als ausgesprochen gute Idee herausstellen.

Oder auch als ausgesprochen gute Idee, nachdem wir einmal vergessen haben, sie auszubauen.

Wir werden berichten.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ein eigener Wasserhahn fürs Trinkwasser

Das aufbereitete Wasser läuft nicht zurück in den normalen Wasserkreislauf. Dafür gibt es einen eigenen Trinkwasserhahn.

Damit ist sofort klar:

Hier kommt das Wasser zum Trinken.

Unser Frischwasser bleibt für Dusche, Waschbecken & Co.

Die eigentliche Wasserversorgung hatten wir bereits in einem früheren Beitrag beschrieben. Wer sich dafür interessiert, kann gerne noch einmal in unseren Ausbauverlauf zur Wasserversorgung schauen.

Unser Fazit

Für uns ist die Kombination aus 2-Stufenfilter für das Frischwasser und einer zusätzlichen Umkehrosmoseanlage für Trinkwasser eine gute Lösung.

Die Osmoseanlage ist kompakt im Zwischenboden untergebracht, bekommt ihr Wasser über eine eigene Pumpe, durchläuft mehrere Filter- und Membranstufen und anschliessend noch die UV-C-Behandlung.

Und das Beste:

Wenn es draußen kalt wird, können wir das Ganze einfach ausbauen und frostfrei einlagern.

Jetzt muss die Anlage nur noch zuverlässig funktionieren.

Aber bei unserem Ausbau haben wir inzwischen gelernt:

Wenn etwas funktioniert und dabei nichts tropft, ist das bereits ein ziemlich großer Erfolg.

Die Nasszelle – nimmt Formen an

 

Es gibt beim Ausbau eines LKW-Kofferaufbaus diesen schönen Moment, an dem man denkt: „So, jetzt müssen wir eigentlich nur noch alles zusammenbauen.“

Wer unseren Bau der Nasszelle verfolgt hat, weiß allerdings: Dieser Satz ist gefährlich.

Sehr gefährlich.

Denn „nur noch zusammenbauen“ bedeutet bei uns erfahrungsgemäß ungefähr so viel wie „Das dauert nur fünf Minuten“. Und wir wissen inzwischen beide, was aus solchen Aussagen wird.

Diesmal geht es um die Nasszelle. Und damit um einen Bereich, der spätestens in zwei Wochen funktionieren muss. Dann soll es nämlich auf Tour gehen. Die Toilette ist bereits gebaut und wartet darauf, endlich ihren bestimmungsgemäßen Zweck erfüllen zu dürfen. Wer wissen möchte, wie wir dieses stille Örtchen gebaut haben, kann sich unseren Beitrag Bau der Toilette anschauen.

Jetzt musste also die Nasszelle selbst fertig werden.

 

 

Erst einmal alles vorbereiten

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Die gute Nachricht:

Wir haben inzwischen tatsächlich alle Teile vorgefertigt, angepasst und optimiert.

Die noch bessere Nachricht:

Eigentlich müssen wir jetzt nur noch alles zusammenstecken und verkleben.

Eigentlich.

Dieses kleine Wort begleitet uns inzwischen wie ein treuer Reisegefährte durch den gesamten LKW-Ausbau.

Die einzelnen Bauteile wurden also nochmals angepasst, kontrolliert und dort optimiert, wo wir beim ersten Zusammenbau festgestellt haben: „Das könnte man vielleicht noch besser machen.“

Was übersetzt meistens bedeutet:

„Das passt so nicht.“

Also wieder auseinanderbauen.

Anpassen.

Fluchen.

Nochmal anpassen.

Und irgendwann passt es dann tatsächlich.

 

 

Aus einer Wand wird eine Tür

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Besonders spannend wurde es bei der Wand unterhalb des Handwaschbeckens.

Hier haben wir eine Tür beziehungsweise Klappe vorgesehen. Dafür wurde zunächst die Öffnung ausgesägt.

Und jetzt kommt der Trick:

Das ausgesägte Stück sollte nicht im Müll landen, sondern gleich die Tür selbst werden.

Klingt zunächst ziemlich clever.

Ist es auch.

Bis man versucht, dieses ausgesägte Stück wieder so einzubauen, dass man später möglichst nicht sieht, dass es überhaupt einmal ausgesägt wurde.

Genau hier lag die eigentliche Herausforderung.

Die Tür musste so angebracht werden, dass die gesamte Fläche von außen möglichst wie aus einem Guss aussieht.

Kein sichtbarer Versatz.

Keine unnötigen Spalten.

Keine „Hier hat jemand eine Tür eingebaut“-Optik.

Also wurde gemessen, ausgerichtet, probiert und wieder ausgerichtet.

Irgendwann sah es tatsächlich so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Manchmal funktioniert unser Plan also doch.

Nicht immer.

Aber manchmal.

 

 

Das Handwaschbecken bekommt Licht

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Als Nächstes wurde das Brett montiert, auf dem später das Handwaschbecken sitzt.

Dieses Brett haben wir von innen verschraubt.

Das hat gleich zwei Vorteile: Die Befestigung ist sauber und von außen möglichst unsichtbar.

Und weil wir offenbar inzwischen der Meinung sind, dass ein Handwaschbecken alleine noch nicht genug Technik enthält, kam natürlich auch gleich die Beleuchtung dazu.

Die Innenbeleuchtung wurde verlegt und mit einem Magnetschalter versehen.

Das bedeutet:

Tür auf – Licht an.

Tür zu – Licht aus.

Eigentlich ziemlich simpel.

Aber genau solche Kleinigkeiten machen später den Unterschied zwischen „funktioniert irgendwie“ und „funktioniert im Alltag angenehm“.

Und da wir unseren LKW-Ausbau nicht nur anschauen, sondern irgendwann auch darin leben wollen, darf es ruhig ein bisschen komfortabel sein.

 

 

Natürlich fehlt noch ein Loch

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ein Handwaschbecken braucht Wasser.

Wasser braucht Schläuche.

Und Schläuche brauchen Platz.

Also musste in das Brett natürlich noch eine Öffnung für die Abläufe und Wasserschläuche.

Das Loch wurde entsprechend ausgesägt und anschließend sauber abgerundet.

Warum?

Weil wir während der Fahrt nicht möchten, dass unsere Schläuche permanent an einer scharfen Kante scheuern.

Das wäre ungefähr so, als würde man einen Reifen absichtlich über eine Glasscherbe rollen lassen und anschließend überrascht sein, dass die Luft fehlt.

Also lieber vorher ordentlich machen.

Das Handwaschbecken wurde anschließend auf dem Brett verklebt.

Auch an der Wandseite wurde natürlich alles sauber abgedichtet und mit Sika 522 verfugt.

Denn Feuchtigkeit hinter den Wänden ist ungefähr so willkommen wie ein Motorschaden am ersten Urlaubstag.

Also gar nicht.

 

 

Und dann kamen die Wasserschläuche

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Jetzt wurde es richtig interessant.

Die Wasserschläuche mussten an der Duscharmatur und am Handwaschbecken angeschlossen werden.

Damit war es aber natürlich noch lange nicht getan.

Denn wenn irgendwo Wasser hineinfließt, muss es irgendwann auch wieder heraus.

Also mussten gleichzeitig sämtliche Abläufe angepasst, adaptiert und angeschlossen werden.

Eine Mammutaufgabe.

Oder anders gesagt:

Wir haben aus einem kleinen Badezimmer eine hydraulische Versuchsanlage gemacht.

Wer unseren bisherigen Ausbauverlauf kennt, weiß, dass Wasser bei uns ohnehin ein eigenes Kapitel verdient. Schließlich haben wir uns bereits ausführlich mit Frischwasser und Abwasser beschäftigt.

Und gerade beim Abwasser haben wir gelernt:

Ein Ablauf sieht auf einer Zeichnung immer wesentlich einfacher aus als im fertig ausgebauten LKW.

Da treffen Schläuche auf Wände, Wände auf Böden, Böden auf Tanks und irgendwo dazwischen möchte man selbst auch noch Platz zum Arbeiten haben.

Warum einfach, wenn es auch mit vier Adaptern geht?

 

 

Anschließen, testen und hoffen

Nachdem sämtliche Schläuche und Abläufe angeschlossen waren, kam der vermutlich wichtigste Teil:

testen.

Denn bevor man alles endgültig verschließt und verfugt, sollte man wissen, ob das Wasser tatsächlich dort ankommt, wo es ankommen soll.

Und vor allem:

Ob es irgendwo ankommt, wo es definitiv nicht ankommen soll.

Also wurde alles auf Funktion geprüft.

Wasser marsch!

Und siehe da:

Es funktioniert.

Das ist einer dieser Momente beim Selbstausbau, in denen man kurz innehält und sich denkt:

„Vielleicht können wir das tatsächlich.“

Dieser Gedanke hält meistens ungefähr bis zum nächsten Bauteil.

 

 

Jetzt wird endgültig verfugt

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Nachdem alles angeschlossen und auf Funktion geprüft war, ging es an die letzte große Abdichtungsrunde.

Alle Kanten innerhalb der Nasszelle wurden verfugt.

Das Ziel ist klar:

Keine Feuchtigkeit soll hinter die Wände gelangen.

Keine versteckten Wasserwege.

Keine kleinen Überraschungsbiotope.

Keine spätere Entdeckung nach dem Motto:

„Komisch, warum riecht es hier eigentlich nach Feuchtigkeit?“

Wir hoffen also sehr, dass unsere Abdichtung genau das tut, was sie soll.

Dicht sein.

Hoffentlich.

Das Wort „hoffentlich“ ist beim Ausbau übrigens kein technischer Fachbegriff.

Es fühlt sich manchmal aber verdächtig danach an.

 

 

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Für die erste Reise ist die Nasszelle bereit

Damit ist die Nasszelle für unsere erste Reise tatsächlich funktionsfähig.

Die Toilette ist eingebaut.

Das Handwaschbecken sitzt.

Die Duscharmatur ist angeschlossen.

Die Wasserleitungen sind verlegt.

Die Abläufe funktionieren.

Die Beleuchtung schaltet über den Magnetschalter.

Und die Kanten sind abgedichtet.

Was noch fehlt?

Natürlich.

Duschvorhang und Schränke.

Aber das kommt nach der Reise.

Man muss schließlich auch noch ein paar Baustellen übriglassen. Sonst würde uns unterwegs vermutlich langweilig werden.

Und außerdem haben wir inzwischen gelernt:

Wenn etwas beim ersten Versuch tatsächlich fertig wird, sollte man misstrauisch werden.

Für die erste Fahrt ist die Nasszelle jedenfalls bereit.

Und damit sind wir unserem Ziel wieder ein gutes Stück näher gekommen:

Aus einem ehemaligen LKW-Kofferaufbau wird langsam, aber ziemlich sicher, unser Zuhause auf Rädern.

Mal sehen, was bis zur Abfahrt noch alles schiefgehen kann.

Wir bleiben optimistisch.

Das ist wahrscheinlich das Wichtigste beim Selbstausbau.

Und ein bisschen Sika.

Sehr viel Sika.

Der 1. Wasserschaden

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Die Zeit ist uns davongelaufen.

Unser Abfahrtstermin war leider nicht mehr zu halten. Also verschieben wir ihn um eine Woche.

Eine Woche.

Das klingt großzügig. Beim Bau eines LKW-Fernreisemobils ist eine Woche allerdings ungefähr die Zeit, die man braucht, um eine Schraube zu finden, drei andere Dinge zu reparieren und dabei fünf neue Probleme zu entdecken. Aber egal. Wir hatten ja einen Plan.

Zumindest theoretisch.

Erst einmal zu TEGOS

Nach unserem Termin beim Schreiner ging es mit dem LKW zur Firma TEGOS. Dort sollten unsere Türen und Klappen nochmals eingestellt werden.

Das war übrigens kein spontaner Einfall, nachdem wir festgestellt hatten, dass die Türen nicht so wollten wie wir. Die Nachjustierung war bereits Bestandteil der Vereinbarung, die wir damals getroffen hatten. Und rückblickend können wir sagen:

Zum Glück haben wir diesen Termin gemacht.

Denn was danach kam, hätten wir sonst vermutlich auf eigene Kosten und mit deutlich mehr schlechter Laune herausfinden dürfen.

Petrus hilft beim Testen

Am Abend stellten wir das Fahrzeug auf dem Parkplatz ab. Ein Gewitter hatte sich bereits angekündigt allerdings waren wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da als es losging. Am nächsten Morgen war dann ziemlich eindeutig zu erkennen, dass Petrus in der Nacht offenbar beschlossen hatte, unseren Kofferaufbau einer kleinen Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen.

Kostenlos.

Unangemeldet.

Und mit reichlich Wasser.

Also ab in die Werkstatt zum einstellen. Eigentlich sollten dort nur noch die Türen und Klappen eingestellt werden.

Eigentlich.

Und plötzlich war da Wasser

Während der Arbeiten zeigte sich dann das eigentliche Drama.

Wasser.

Nicht dort, wo Wasser normalerweise hingehört. Sondern dort, wo wir es definitiv nicht bestellt hatten. Offensichtlich war der Regen oben durch noch nicht vollständig abgedichtete Spalten eingedrungen. Von dort aus folgte er konsequent der Schwerkraft. Wasser ist da erfreulich zuverlässig.

Es lief also nach unten – innerhalb der Zarge.

Bis hierhin wäre das noch gar nicht so schlimm gewesen. Wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte es schließlich auch wieder heraus können.

Sollte.

Hatten wir aber nicht vorgesehen. Denn in die unteren Dichtungen der Türen und Klappen hatten wir keine Öffnungen eingeschnitten, durch die das eingedrungene Wasser wieder nach außen hätte ablaufen können.

Warum auch?

Wir hatten schließlich abgedichtet. Und wenn etwas abgedichtet ist, kommt ja bekanntlich kein Wasser hinein. Dieser Gedanke war ungefähr so wasserdicht wie unser Kofferaufbau.

Das Wasser sammelte sich also innerhalb der Zarge.

Der Pegel stieg.

Und stieg.

Bis er irgendwann die obere Kante erreichte.

Und dann lief das Wasser über.

Direkt in den Innenraum.

Da war er also.

Unser erster Wasserschaden.

In einem Fernreisemobil.

Noch bevor wir damit überhaupt richtig auf Fernreise gegangen waren.

Man muss schließlich auch nicht immer erst bis Afrika fahren, um Abenteuer zu erleben.

 

Holz und Wasser – eine schwierige Beziehung

Unsere Verkleidungen fanden die ganze Angelegenheit ebenfalls nicht besonders lustig. Holz und Wasser sind einfach keine gute Kombination. Die Verkleidungen quollen auf und eine Stelle hat sich bis heute nicht wieder vollständig zurückgebildet. Man könnte sagen, wir haben damit gleich eine individuelle Innenraumgestaltung geschaffen. Andere nennen so etwas vielleicht einen Mangel.

Wir nennen es Erfahrung in 3D.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Problemlösung

Nachdem die Türen und Klappen nochmals ordentlich eingestellt waren, war klar: So lassen wir das nicht.

Die Lösung war zum Glück recht einfach. In die unteren Dichtungen wurden jeweils Öffnungen eingeschnitten.

Sollte künftig also wieder einmal Wasser in die Zarge gelangen, kann es sofort nach aussen ablaufen.

Kein Wasserpegel.

Kein Überlaufen.

Keine spontane Innenraum-Bewässerung.

Und vor allem keine weitere kostenlose Holzaufquellung.

Die Erkenntnis daraus ist eigentlich simpel:

Eine gute Abdichtung ist wichtig. Eine funktionierende Entwässerung aber mindestens genauso.

Denn wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte man ihm wenigstens einen Ausgang anbieten.

Sonst sucht es sich selbst einen.

Und Wasser hat dabei wesentlich mehr Geduld als wir.

Wieder etwas gelernt

Natürlich war der Wasserschaden ärgerlich.

Aber genau deshalb dokumentieren wir unseren Ausbauverlauf.

Denn beim Bau eines LKW-Fernreisemobils läuft eben nicht alles so, wie man es vorher auf dem Papier geplant hat. Manchmal funktioniert etwas sofort. Manchmal braucht es einen zweiten Versuch. Und manchmal braucht es ein Gewitter, eine aufgequollene Verkleidung und einen kleinen Schuss Selbstüberschätzung, um festzustellen, dass die eigene Lösung vielleicht doch noch nicht ganz fertig war. Das gehört zum Selbstausbau dazu.

Kleben, Bohren, Messen, Nachmessen, Fluchen, Ändern und gelegentlich die Erkenntnis:

„Das hätten wir auch gleich anders machen können.“

Natürlich.

Im Nachhinein ist man immer unglaublich schlau.

Danke an TEGOS

An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an die Firma TEGOS für eure Unterstützung und Hilfe.

Gerade bei solchen Problemen ist es Gold wert, wenn man einen Ansprechpartner hat, der sich mit den verbauten Türen und Klappen wirklich auskennt.

Fazit

Unser erster großer Wasserschaden.

Nicht geplant.

Nicht schön.

Aber immerhin noch rechtzeitig entdeckt.

Die wichtigste Erkenntnis?

Ein Kofferaufbau muss nicht nur dicht sein. Er muss auch mit dem Wasser umgehen können, das es trotzdem irgendwie hinein schafft.

Denn Wasser findet jeden Spalt.

Es läuft jeden Weg.

Und wenn man ihm keinen Weg nach draußen baut, sucht es sich eben einen eigenen.

Bei uns führte dieser Weg direkt ins Wohnzimmer.

Beim nächsten Mal darf das Wasser gerne draußen bleiben.

Wir haben nämlich noch andere Pläne.

Zum Beispiel irgendwann tatsächlich loszufahren.

Und diesmal hoffentlich ohne unser eigenes kleines Hallenbad im Koffer.

Categories: Ausbauverlauf, Fail, Koffer, Wasser

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 2

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(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Pumpe – Herzstück mit Schallschutzprogramm

Nun war die Pumpe an der Reihe. Für sie wurde eine eigene Holzplatte zugesägt, auf der alle notwendigen Komponenten ihren Platz fanden. Das Grundprinzip des Systems ist erfreulich logisch aufgebaut:
Vom Frischwasser geht es zunächst durch einen Grobfilter, weiter zur Lilie Membranpumpe, dann in den Druckausgleichsbehälter. Danach folgt ein Rückschlagventil, ein Druckminderer und schließlich die Verteilung in Warm- und Kaltwasserkreislauf. Der Warmwasserkreislauf führt über den Boiler zum Verbrühschutz, bevor zwei Leitungen – warm und kalt – ins restliche System gehen. Das gesamte System arbeitet mit 1,5 Bar. Nicht mehr, nicht weniger. Ordnung muss sein.

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Der Pumpe selbst wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Zwar verfügt sie bereits über einen eigenen Vibrationsdämpfer, aber wir wollten ganz sicher gehen. Also wurde ein zusätzliches Brett angefertigt, auf dem die Pumpe samt Dämpfer montiert ist. Dieses Brett wiederum sitzt auf weiteren Vibrationsdämpfern, die es vom Hauptbrett entkoppeln. Die Hoffnung: maximale Laufruhe und minimale Geräuschkulisse. Falls man trotzdem etwas hört, liegt es vermutlich an uns.

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Alles an seinem Platz – und erreichbar

Das komplette Pumpenbrett mit allen Komponenten wurde zwischen den beiden Frischwasserbehältern an den Bodenprofilen befestigt. Damit ist nun alles vorbereitet, um die Leitungen anzuschließen. Der große Elchtest – die finale Dichtigkeitsprüfung – steht noch aus, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass sämtliche Bauteile gut zugänglich bleiben. Denn nichts ist ärgerlicher als eine Undichtigkeit an einer Stelle, die man nur erreicht, wenn man zuvor den halben Ausbau rückwärts betreibt.

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Das Abwasser aus der Küche wird noch an den Abwasserbehälter angeschlossen. Die Wasserzulaufleitungen haben wir vorsorglich durch Elektrorohre geführt. So lassen sich die Leitungen bei Bedarf später einfach austauschen, ohne den Boden öffnen zu müssen. Durchfädeln statt aufstemmen – wir lernen dazu.

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Unser Ziel bleibt klar: Die Technik soll so einfach wie möglich sein. Komplex wird sie von ganz allein.

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 1

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(oder: Wie man freiwillig Löcher in nagelneue Wassertanks bohrt)

Wasser ist Leben. Wasser ist Komfort. Wasser ist… im Kofferaufbau vor allem eines: eine Einladung zu kreativen Problemlösungen, philosophischen Grundsatzfragen und der ständigen Angst, dass es am Ende doch irgendwo tropft. Aber der Reihe nach.

Der Einbau unserer Wasserversorgung begann – wie so oft – nicht mit dem Frischwasser, sondern mit dem, was am Ende wieder weg soll: dem Abwasser. Dazu gibt es bereits einen eigenen Beitrag im Ausbauverlauf, auf den wir an dieser Stelle gerne verweisen (Abwasser gewürdigt). Nachdem dieser Teil zumindest theoretisch seinen Platz gefunden hatte, ging es nun an die Frischwasserbehälter. Mehrzahl. Weil einmal Wasser einfach nicht reicht.

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Um die endgültige Position der Frischwasserbehälter festlegen zu können, mussten zunächst die Aluprofile für die Sitzbänke sowie der Zwischenboden fertiggestellt werden. Klingt banal, bedeutet in der Praxis aber: messen, nochmal messen, zweifeln, neu messen und schließlich sägen – natürlich millimetergenau daneben.

Der Zwischenboden wurde zugesägt und zunächst nur provisorisch eingepasst. Erst danach ließ sich entscheiden, wo die Tanks wirklich hin dürfen. Oder besser gesagt: wo sie am wenigsten im Weg sind. Nachdem diese Grundsatzentscheidung gefallen war, konnten die Behälter vorbereitet werden.

Zuerst wurden die Frischwasserbehälter mit Holzstegen eingefasst und verklebt. Danach kamen Antirutschmatten auf den Boden, denn nichts ist unangenehmer als ein wandernder Wassertank während der Fahrt. Die Behälter wurden darauf platziert und abschließend mit Gewindestangen und Zurrbändern sicher am Boden fixiert. Bombenfest – zumindest solange man nicht darüber nachdenkt, wie viel Wasser eigentlich wiegt.

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Bevor die Tanks endgültig verschwinden durften, wurden sämtliche Löcher und Anschlüsse eingebaut. Ja, wir haben absichtlich Löcher in neue Wassertanks gebohrt. Nein, das fühlt sich nicht richtig an. Aber es muss sein. Anschließend folgte eine Dichtigkeitsprüfung, die erfreulicherweise ohne nennenswerte Überschwemmungen endete.

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Grauwassertank verbaut

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Es gibt Projekte, bei denen man sich denkt: „Wie schwer kann das schon sein?“ Und dann gibt es den Einbau eines Grauwassertanks. Spoiler: Es war schwer. Sehr schwer. Also so schwer, dass ich inzwischen leichte Panik bekomme, wenn ich nur das Wort „Abfluss“ höre.

Der Bau dieses Tanks war keine handwerkliche Aufgabe – das war ein Charaktertest. Eine Mischung aus Tetris, Indiana Jones und Höhle der Löwen, nur ohne Geld, aber mit sehr vielen schwäbisch geprägten Flüchen.

Die Idee war bestechend einfach: Der Tank sollte unter die Nasszelle, halb über die Revisionsöffnung – damit man später noch rankommt. Klingt logisch, oder? Ja, das dachte ich auch. Dummerweise ist „später rankommen“ im Selbstausbau eine sehr relative Angabe.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Denn kaum hatten wir uns für die Position entschieden, kamen die großen Fragen:
Wo verlaufen die Stromleitungen? Wo kommen die Frischwasserleitungen hin? Und warum habe ich das Gefühl, dass alles genau dort hin will, wo der Tank nicht hin darf?

Was folgte, war eine dreitägige Mess- und Grübelorgie, die mich endgültig davon überzeugt hat, dass ein Laserentfernungsmesser auch nur ein besonders teurer Zufallsgenerator ist.

 

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Man sagt ja: Der Weg ist das Ziel. In unserem Fall war das Ziel scheinbar, jeden einzelnen Baumarkt Süddeutschlands persönlich kennenzulernen.

Der erste hatte alles, aber nichts davon passte. Der zweite hatte gar nichts. Und der dritte – mein persönlicher Favorit – hatte zwar „bald wieder Lieferung“, aber „bald“ bedeutete offenbar „irgendwann zwischen Weihnachten und dem nächsten Kometeneinschlag“.

Zwischendurch kam die Frage auf, ob wir einfach einen Eimer unter die Dusche stellen und ihn regelmäßig ausleeren sollten. Wäre vermutlich effizienter gewesen (Wie mein Chef immer sagt).

Nachdem die Stromleitungen endlich lagen, kam die Frage: „Und wo verlaufen die Frischwasserleitungen?“ Natürlich – genau da, wo der Abwassertank hin soll oder zumindest dahinter.

Der Ablauf musste außerdem so sitzen, dass man ihn von außen bedienen kann, aber bloß nicht über einer Stahltraverse endet. Das war der Moment, in dem ich gelernt habe, dass „viel messen“ in Wirklichkeit bedeutet: zehnmal messen, zwölfmal fluchen, einmal bohren, dreimal bereuen.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Und dann kam das Thema Gewindegrößen. Es gibt Zoll, metrisch, britisch, italienisch, vermutlich auch marsianisch – aber keine zwei, die zueinander passen. Ich schwöre, ich habe mehr über Gewindesteigungen gelernt als über meine eigene Steuererklärung.

Ein Abwassertank ist ja an sich schon ein schönes Ding – bis er ein paar Mal benutzt wurde. Dann verwandelt er sich in eine mobile Geruchsbombe. Also musste eine Entlüftung her.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Unsere Lösung: HT-Rohre, Aktivkohle-Vlies, Aktivkohlegranulat – das volle Chemielaborprogramm. Und weil wir ja modern sind, habe ich mit dem 3D-Drucker ein Gitter gedruckt, damit das Vlies nicht verrutscht. (An dieser Stelle dachte ich kurz, ich sei ein Genie. Später stellte sich heraus, dass ich nur vergessen hatte, das Gitter richtig herum einzubauen. Aber hey, Details.)

Das Ganze lässt sich später tauschen, falls es doch irgendwann riecht wie in einer Kanalisation. Und das tut es mit Sicherheit.

Der Siphon – mein persönlicher Endgegner:

Der Zulauf von vier Anschlüssen sollte natürlich nicht für Geruchsbelästigung sorgen. Also kam ein großzügiger Siphon zum Einsatz. Großzügig im Sinne von: „Passt da überhaupt noch was anderes hin?“

Wie also montieren, dass alles brav durch den Siphon läuft, ohne dass das Klo plötzlich gurgelt wie ein nasser Frosch? Lösung: von oben. Konsequenz: Alles wurde höher. Und enger. Und komplizierter.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Kurz gesagt: Ich habe in dieser Phase mehr über die Gesetze der Schwerkraft gelernt, als Isaac Newton je wollte.

(C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Ein 140-Liter-Tank klingt harmlos – bis man sich vorstellt, dass das Ding bei einer Vollbremsung plötzlich beschließt, die Fahrerkabine von innen zu besuchen. Also musste das Teil bombenfest montiert werden.

Wir haben einen Steg aufgeklebt, eine Antirutschmatte (eigentlich für Teppiche – Improvisation ist alles!) eingelegt, den Tank draufgesetzt, M8-Gewindestangen durch den Boden gejagt und mit Transportbändern fixiert.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Tank jetzt auch bei einem Erdbeben Stufe 8 nicht mal zuckt. Wenn das Auto irgendwann auseinanderfällt – der Tank bleibt.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Der Sensor-Einbau war dann der feine Abschluss. 37-mm-Loch bohren, hieß es. Einfach, hieß es. Natürlich hatten wir keinen passenden Bohrer. Also warten. Wieder.

Als er endlich da war, erst mal eine Probebohrung in Holz – man wird ja vorsichtig. Dann das Loch in den Tank, Sensor angepasst, Stäbe gekürzt, alles dicht gemacht. Ich schwöre, ich habe noch nie bei einem Loch so geschwitzt.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Und dann war es soweit: Der große Wassertest. Wir standen da wie NASA-Ingenieure vor dem Raketenstart. „Ist alles bereit?“ – „Ich glaube schon…?“

Langsam Wasser rein. Kein Tropfen. Noch mehr Wasser. Immer noch dicht. Ein erleichtertes Aufatmen, das vermutlich bis zum Nachbargrundstück zu hören war.

Klar, ein paar Tropfen kamen später doch irgendwo raus – aber das gehört dazu. Sonst wäre es ja langweilig.

 

Fazit

Der Grauwassertank steht. Er hält dicht. Er wackelt nicht. Und wir haben auf dem Weg dorthin so ziemlich jede handwerkliche Emotion durchlebt, die es gibt – von „Das wird mega!“ bis „Ich ziehe in eine Höhle und bade im Fluss.“

Aber jetzt, wo alles fertig ist, sind wir fast schon ein bisschen stolz. Und wenn ihr uns das nächste Mal auf dem Stellplatz seht: Fragt bitte nicht nach dem Abfluss. Wir brauchen noch ein paar Monate, um das zu verarbeiten.

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