Kategorie: Wasser

Der 1. Wasserschaden

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Die Zeit ist uns davongelaufen.

Unser Abfahrtstermin war leider nicht mehr zu halten. Also verschieben wir ihn um eine Woche.

Eine Woche.

Das klingt großzügig. Beim Bau eines LKW-Fernreisemobils ist eine Woche allerdings ungefähr die Zeit, die man braucht, um eine Schraube zu finden, drei andere Dinge zu reparieren und dabei fünf neue Probleme zu entdecken. Aber egal. Wir hatten ja einen Plan.

Zumindest theoretisch.

Erst einmal zu TEGOS

Nach unserem Termin beim Schreiner ging es mit dem LKW zur Firma TEGOS. Dort sollten unsere Türen und Klappen nochmals eingestellt werden.

Das war übrigens kein spontaner Einfall, nachdem wir festgestellt hatten, dass die Türen nicht so wollten wie wir. Die Nachjustierung war bereits Bestandteil der Vereinbarung, die wir damals getroffen hatten. Und rückblickend können wir sagen:

Zum Glück haben wir diesen Termin gemacht.

Denn was danach kam, hätten wir sonst vermutlich auf eigene Kosten und mit deutlich mehr schlechter Laune herausfinden dürfen.

Petrus hilft beim Testen

Am Abend stellten wir das Fahrzeug auf dem Parkplatz ab. Ein Gewitter hatte sich bereits angekündigt allerdings waren wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da als es losging. Am nächsten Morgen war dann ziemlich eindeutig zu erkennen, dass Petrus in der Nacht offenbar beschlossen hatte, unseren Kofferaufbau einer kleinen Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen.

Kostenlos.

Unangemeldet.

Und mit reichlich Wasser.

Also ab in die Werkstatt zum einstellen. Eigentlich sollten dort nur noch die Türen und Klappen eingestellt werden.

Eigentlich.

Und plötzlich war da Wasser

Während der Arbeiten zeigte sich dann das eigentliche Drama.

Wasser.

Nicht dort, wo Wasser normalerweise hingehört. Sondern dort, wo wir es definitiv nicht bestellt hatten. Offensichtlich war der Regen oben durch noch nicht vollständig abgedichtete Spalten eingedrungen. Von dort aus folgte er konsequent der Schwerkraft. Wasser ist da erfreulich zuverlässig.

Es lief also nach unten – innerhalb der Zarge.

Bis hierhin wäre das noch gar nicht so schlimm gewesen. Wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte es schließlich auch wieder heraus können.

Sollte.

Hatten wir aber nicht vorgesehen. Denn in die unteren Dichtungen der Türen und Klappen hatten wir keine Öffnungen eingeschnitten, durch die das eingedrungene Wasser wieder nach außen hätte ablaufen können.

Warum auch?

Wir hatten schließlich abgedichtet. Und wenn etwas abgedichtet ist, kommt ja bekanntlich kein Wasser hinein. Dieser Gedanke war ungefähr so wasserdicht wie unser Kofferaufbau.

Das Wasser sammelte sich also innerhalb der Zarge.

Der Pegel stieg.

Und stieg.

Bis er irgendwann die obere Kante erreichte.

Und dann lief das Wasser über.

Direkt in den Innenraum.

Da war er also.

Unser erster Wasserschaden.

In einem Fernreisemobil.

Noch bevor wir damit überhaupt richtig auf Fernreise gegangen waren.

Man muss schließlich auch nicht immer erst bis Afrika fahren, um Abenteuer zu erleben.

 

Holz und Wasser – eine schwierige Beziehung

Unsere Verkleidungen fanden die ganze Angelegenheit ebenfalls nicht besonders lustig. Holz und Wasser sind einfach keine gute Kombination. Die Verkleidungen quollen auf und eine Stelle hat sich bis heute nicht wieder vollständig zurückgebildet. Man könnte sagen, wir haben damit gleich eine individuelle Innenraumgestaltung geschaffen. Andere nennen so etwas vielleicht einen Mangel.

Wir nennen es Erfahrung in 3D.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Problemlösung

Nachdem die Türen und Klappen nochmals ordentlich eingestellt waren, war klar: So lassen wir das nicht.

Die Lösung war zum Glück recht einfach. In die unteren Dichtungen wurden jeweils Öffnungen eingeschnitten.

Sollte künftig also wieder einmal Wasser in die Zarge gelangen, kann es sofort nach aussen ablaufen.

Kein Wasserpegel.

Kein Überlaufen.

Keine spontane Innenraum-Bewässerung.

Und vor allem keine weitere kostenlose Holzaufquellung.

Die Erkenntnis daraus ist eigentlich simpel:

Eine gute Abdichtung ist wichtig. Eine funktionierende Entwässerung aber mindestens genauso.

Denn wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte man ihm wenigstens einen Ausgang anbieten.

Sonst sucht es sich selbst einen.

Und Wasser hat dabei wesentlich mehr Geduld als wir.

Wieder etwas gelernt

Natürlich war der Wasserschaden ärgerlich.

Aber genau deshalb dokumentieren wir unseren Ausbauverlauf.

Denn beim Bau eines LKW-Fernreisemobils läuft eben nicht alles so, wie man es vorher auf dem Papier geplant hat. Manchmal funktioniert etwas sofort. Manchmal braucht es einen zweiten Versuch. Und manchmal braucht es ein Gewitter, eine aufgequollene Verkleidung und einen kleinen Schuss Selbstüberschätzung, um festzustellen, dass die eigene Lösung vielleicht doch noch nicht ganz fertig war. Das gehört zum Selbstausbau dazu.

Kleben, Bohren, Messen, Nachmessen, Fluchen, Ändern und gelegentlich die Erkenntnis:

„Das hätten wir auch gleich anders machen können.“

Natürlich.

Im Nachhinein ist man immer unglaublich schlau.

Danke an TEGOS

An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an die Firma TEGOS für eure Unterstützung und Hilfe.

Gerade bei solchen Problemen ist es Gold wert, wenn man einen Ansprechpartner hat, der sich mit den verbauten Türen und Klappen wirklich auskennt.

Fazit

Unser erster großer Wasserschaden.

Nicht geplant.

Nicht schön.

Aber immerhin noch rechtzeitig entdeckt.

Die wichtigste Erkenntnis?

Ein Kofferaufbau muss nicht nur dicht sein. Er muss auch mit dem Wasser umgehen können, das es trotzdem irgendwie hinein schafft.

Denn Wasser findet jeden Spalt.

Es läuft jeden Weg.

Und wenn man ihm keinen Weg nach draußen baut, sucht es sich eben einen eigenen.

Bei uns führte dieser Weg direkt ins Wohnzimmer.

Beim nächsten Mal darf das Wasser gerne draußen bleiben.

Wir haben nämlich noch andere Pläne.

Zum Beispiel irgendwann tatsächlich loszufahren.

Und diesmal hoffentlich ohne unser eigenes kleines Hallenbad im Koffer.

Categories: Ausbauverlauf, Fail, Koffer, Wasser

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 2

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(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Pumpe – Herzstück mit Schallschutzprogramm

Nun war die Pumpe an der Reihe. Für sie wurde eine eigene Holzplatte zugesägt, auf der alle notwendigen Komponenten ihren Platz fanden. Das Grundprinzip des Systems ist erfreulich logisch aufgebaut:
Vom Frischwasser geht es zunächst durch einen Grobfilter, weiter zur Lilie Membranpumpe, dann in den Druckausgleichsbehälter. Danach folgt ein Rückschlagventil, ein Druckminderer und schließlich die Verteilung in Warm- und Kaltwasserkreislauf. Der Warmwasserkreislauf führt über den Boiler zum Verbrühschutz, bevor zwei Leitungen – warm und kalt – ins restliche System gehen. Das gesamte System arbeitet mit 1,5 Bar. Nicht mehr, nicht weniger. Ordnung muss sein.

(C) Ernst und Meike Wagner

Der Pumpe selbst wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Zwar verfügt sie bereits über einen eigenen Vibrationsdämpfer, aber wir wollten ganz sicher gehen. Also wurde ein zusätzliches Brett angefertigt, auf dem die Pumpe samt Dämpfer montiert ist. Dieses Brett wiederum sitzt auf weiteren Vibrationsdämpfern, die es vom Hauptbrett entkoppeln. Die Hoffnung: maximale Laufruhe und minimale Geräuschkulisse. Falls man trotzdem etwas hört, liegt es vermutlich an uns.

(C) Ernst und Meike Wagner

Alles an seinem Platz – und erreichbar

Das komplette Pumpenbrett mit allen Komponenten wurde zwischen den beiden Frischwasserbehältern an den Bodenprofilen befestigt. Damit ist nun alles vorbereitet, um die Leitungen anzuschließen. Der große Elchtest – die finale Dichtigkeitsprüfung – steht noch aus, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass sämtliche Bauteile gut zugänglich bleiben. Denn nichts ist ärgerlicher als eine Undichtigkeit an einer Stelle, die man nur erreicht, wenn man zuvor den halben Ausbau rückwärts betreibt.

(C) Ernst und Meike Wagner

(C) Ernst und Meike Wagner

Das Abwasser aus der Küche wird noch an den Abwasserbehälter angeschlossen. Die Wasserzulaufleitungen haben wir vorsorglich durch Elektrorohre geführt. So lassen sich die Leitungen bei Bedarf später einfach austauschen, ohne den Boden öffnen zu müssen. Durchfädeln statt aufstemmen – wir lernen dazu.

(C) Ernst und Meike Wagner

Unser Ziel bleibt klar: Die Technik soll so einfach wie möglich sein. Komplex wird sie von ganz allein.

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 1

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(C) Ernst und Meike Wagner

(oder: Wie man freiwillig Löcher in nagelneue Wassertanks bohrt)

Wasser ist Leben. Wasser ist Komfort. Wasser ist… im Kofferaufbau vor allem eines: eine Einladung zu kreativen Problemlösungen, philosophischen Grundsatzfragen und der ständigen Angst, dass es am Ende doch irgendwo tropft. Aber der Reihe nach.

Der Einbau unserer Wasserversorgung begann – wie so oft – nicht mit dem Frischwasser, sondern mit dem, was am Ende wieder weg soll: dem Abwasser. Dazu gibt es bereits einen eigenen Beitrag im Ausbauverlauf, auf den wir an dieser Stelle gerne verweisen (Abwasser gewürdigt). Nachdem dieser Teil zumindest theoretisch seinen Platz gefunden hatte, ging es nun an die Frischwasserbehälter. Mehrzahl. Weil einmal Wasser einfach nicht reicht.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Um die endgültige Position der Frischwasserbehälter festlegen zu können, mussten zunächst die Aluprofile für die Sitzbänke sowie der Zwischenboden fertiggestellt werden. Klingt banal, bedeutet in der Praxis aber: messen, nochmal messen, zweifeln, neu messen und schließlich sägen – natürlich millimetergenau daneben.

Der Zwischenboden wurde zugesägt und zunächst nur provisorisch eingepasst. Erst danach ließ sich entscheiden, wo die Tanks wirklich hin dürfen. Oder besser gesagt: wo sie am wenigsten im Weg sind. Nachdem diese Grundsatzentscheidung gefallen war, konnten die Behälter vorbereitet werden.

Zuerst wurden die Frischwasserbehälter mit Holzstegen eingefasst und verklebt. Danach kamen Antirutschmatten auf den Boden, denn nichts ist unangenehmer als ein wandernder Wassertank während der Fahrt. Die Behälter wurden darauf platziert und abschließend mit Gewindestangen und Zurrbändern sicher am Boden fixiert. Bombenfest – zumindest solange man nicht darüber nachdenkt, wie viel Wasser eigentlich wiegt.

(C) Ernst und Meike Wagner

Bevor die Tanks endgültig verschwinden durften, wurden sämtliche Löcher und Anschlüsse eingebaut. Ja, wir haben absichtlich Löcher in neue Wassertanks gebohrt. Nein, das fühlt sich nicht richtig an. Aber es muss sein. Anschließend folgte eine Dichtigkeitsprüfung, die erfreulicherweise ohne nennenswerte Überschwemmungen endete.

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Grauwassertank verbaut

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(C) Ernst und Meike Wagner

 

Es gibt Projekte, bei denen man sich denkt: „Wie schwer kann das schon sein?“ Und dann gibt es den Einbau eines Grauwassertanks. Spoiler: Es war schwer. Sehr schwer. Also so schwer, dass ich inzwischen leichte Panik bekomme, wenn ich nur das Wort „Abfluss“ höre.

Der Bau dieses Tanks war keine handwerkliche Aufgabe – das war ein Charaktertest. Eine Mischung aus Tetris, Indiana Jones und Höhle der Löwen, nur ohne Geld, aber mit sehr vielen schwäbisch geprägten Flüchen.

Die Idee war bestechend einfach: Der Tank sollte unter die Nasszelle, halb über die Revisionsöffnung – damit man später noch rankommt. Klingt logisch, oder? Ja, das dachte ich auch. Dummerweise ist „später rankommen“ im Selbstausbau eine sehr relative Angabe.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Denn kaum hatten wir uns für die Position entschieden, kamen die großen Fragen:
Wo verlaufen die Stromleitungen? Wo kommen die Frischwasserleitungen hin? Und warum habe ich das Gefühl, dass alles genau dort hin will, wo der Tank nicht hin darf?

Was folgte, war eine dreitägige Mess- und Grübelorgie, die mich endgültig davon überzeugt hat, dass ein Laserentfernungsmesser auch nur ein besonders teurer Zufallsgenerator ist.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Man sagt ja: Der Weg ist das Ziel. In unserem Fall war das Ziel scheinbar, jeden einzelnen Baumarkt Süddeutschlands persönlich kennenzulernen.

Der erste hatte alles, aber nichts davon passte. Der zweite hatte gar nichts. Und der dritte – mein persönlicher Favorit – hatte zwar „bald wieder Lieferung“, aber „bald“ bedeutete offenbar „irgendwann zwischen Weihnachten und dem nächsten Kometeneinschlag“.

Zwischendurch kam die Frage auf, ob wir einfach einen Eimer unter die Dusche stellen und ihn regelmäßig ausleeren sollten. Wäre vermutlich effizienter gewesen (Wie mein Chef immer sagt).

Nachdem die Stromleitungen endlich lagen, kam die Frage: „Und wo verlaufen die Frischwasserleitungen?“ Natürlich – genau da, wo der Abwassertank hin soll oder zumindest dahinter.

Der Ablauf musste außerdem so sitzen, dass man ihn von außen bedienen kann, aber bloß nicht über einer Stahltraverse endet. Das war der Moment, in dem ich gelernt habe, dass „viel messen“ in Wirklichkeit bedeutet: zehnmal messen, zwölfmal fluchen, einmal bohren, dreimal bereuen.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Und dann kam das Thema Gewindegrößen. Es gibt Zoll, metrisch, britisch, italienisch, vermutlich auch marsianisch – aber keine zwei, die zueinander passen. Ich schwöre, ich habe mehr über Gewindesteigungen gelernt als über meine eigene Steuererklärung.

Ein Abwassertank ist ja an sich schon ein schönes Ding – bis er ein paar Mal benutzt wurde. Dann verwandelt er sich in eine mobile Geruchsbombe. Also musste eine Entlüftung her.

 

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Unsere Lösung: HT-Rohre, Aktivkohle-Vlies, Aktivkohlegranulat – das volle Chemielaborprogramm. Und weil wir ja modern sind, habe ich mit dem 3D-Drucker ein Gitter gedruckt, damit das Vlies nicht verrutscht. (An dieser Stelle dachte ich kurz, ich sei ein Genie. Später stellte sich heraus, dass ich nur vergessen hatte, das Gitter richtig herum einzubauen. Aber hey, Details.)

Das Ganze lässt sich später tauschen, falls es doch irgendwann riecht wie in einer Kanalisation. Und das tut es mit Sicherheit.

Der Siphon – mein persönlicher Endgegner:

Der Zulauf von vier Anschlüssen sollte natürlich nicht für Geruchsbelästigung sorgen. Also kam ein großzügiger Siphon zum Einsatz. Großzügig im Sinne von: „Passt da überhaupt noch was anderes hin?“

Wie also montieren, dass alles brav durch den Siphon läuft, ohne dass das Klo plötzlich gurgelt wie ein nasser Frosch? Lösung: von oben. Konsequenz: Alles wurde höher. Und enger. Und komplizierter.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Kurz gesagt: Ich habe in dieser Phase mehr über die Gesetze der Schwerkraft gelernt, als Isaac Newton je wollte.

(C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner (C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Ein 140-Liter-Tank klingt harmlos – bis man sich vorstellt, dass das Ding bei einer Vollbremsung plötzlich beschließt, die Fahrerkabine von innen zu besuchen. Also musste das Teil bombenfest montiert werden.

Wir haben einen Steg aufgeklebt, eine Antirutschmatte (eigentlich für Teppiche – Improvisation ist alles!) eingelegt, den Tank draufgesetzt, M8-Gewindestangen durch den Boden gejagt und mit Transportbändern fixiert.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Tank jetzt auch bei einem Erdbeben Stufe 8 nicht mal zuckt. Wenn das Auto irgendwann auseinanderfällt – der Tank bleibt.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Der Sensor-Einbau war dann der feine Abschluss. 37-mm-Loch bohren, hieß es. Einfach, hieß es. Natürlich hatten wir keinen passenden Bohrer. Also warten. Wieder.

Als er endlich da war, erst mal eine Probebohrung in Holz – man wird ja vorsichtig. Dann das Loch in den Tank, Sensor angepasst, Stäbe gekürzt, alles dicht gemacht. Ich schwöre, ich habe noch nie bei einem Loch so geschwitzt.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Und dann war es soweit: Der große Wassertest. Wir standen da wie NASA-Ingenieure vor dem Raketenstart. „Ist alles bereit?“ – „Ich glaube schon…?“

Langsam Wasser rein. Kein Tropfen. Noch mehr Wasser. Immer noch dicht. Ein erleichtertes Aufatmen, das vermutlich bis zum Nachbargrundstück zu hören war.

Klar, ein paar Tropfen kamen später doch irgendwo raus – aber das gehört dazu. Sonst wäre es ja langweilig.

 

Fazit

Der Grauwassertank steht. Er hält dicht. Er wackelt nicht. Und wir haben auf dem Weg dorthin so ziemlich jede handwerkliche Emotion durchlebt, die es gibt – von „Das wird mega!“ bis „Ich ziehe in eine Höhle und bade im Fluss.“

Aber jetzt, wo alles fertig ist, sind wir fast schon ein bisschen stolz. Und wenn ihr uns das nächste Mal auf dem Stellplatz seht: Fragt bitte nicht nach dem Abfluss. Wir brauchen noch ein paar Monate, um das zu verarbeiten.

Categories: Abwasser, Ausbauverlauf, Wasser