Monat: Januar 2026

Es wird warm – und zwar richtig Teil 1

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Es gibt diese Momente im Ausbau, da fühlt man sich kurz wie ein Heizungsbauer, ein bisschen wie ein Elektriker und zu großen Teilen wie jemand, der sehr mutig Löcher in seinen eigenen Fahrzeugboden bohrt. Spoiler: Genau so ein Moment war das hier.

Der Einbau unserer Autotherm 2D Heizungen – ja, Mehrzahl – verlief eigentlich ganz unspektakulär. Was im Ausbau-Jargon übrigens bedeutet: Es ist nichts explodiert, nichts gebrannt und wir mussten nur minimal fluchen. Ein voller Erfolg also.

(C) Ernst und Meike Wagner

Wie immer begann alles mit der wichtigsten aller Fragen: Wo zum Geier kommt das Ding eigentlich hin?
Oder besser gesagt: die Dinger. Denn wir haben uns nicht mit einer Heizung zufriedengegeben. Nein. Zwei mussten es sein. Eine, die primär die Wassertherme auf Temperatur bringt, und eine, die den Innenraum wärmt. Redundanz ist schließlich nicht nur ein schönes Wort, sondern fühlt sich nachts bei minus irgendwas auch sehr beruhigend an.

Löcher. Immer diese Löcher.

Nachdem der Einbauort festgelegt war (inklusive mehrmaligem Messen, Nachmessen und „sicher ist sicher“-Messen), ging es ans Eingemachte: Löcher in den Boden. Direkt danach wurden diese großzügig mit Sika ausgekleidet, damit Feuchtigkeit gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.

(C) Ernst und Meike Wagner   (C) Ernst und Meike Wagner   (C) Ernst und Meike Wagner   (C) Ernst und Meike Wagner

Da wir keine Lust haben, dass die Heizungen bei einem möglichen Wassereinbruch direkt baden gehen, haben wir sie leicht erhöht auf Rahmen gesetzt. Erst wurden alle Bauteile an den Heizungen montiert, in den Flansch versenkt und dann an ihre finale Position eingesetzt und verschraubt. Die Rahmen selbst bekamen ebenfalls eine ordentliche Portion Dichtmittel, damit wirklich kein Wasser zwischen die Bretter und in die Bodendämmung sickern kann. Paranoia? Vielleicht. Erfahrung? Ganz sicher.

(C) Ernst und Meike Wagner

(C) Ernst und Meike Wagner

Categories: Ausbauverlauf, Heizung, Koffer

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 2

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Pumpe – Herzstück mit Schallschutzprogramm

Nun war die Pumpe an der Reihe. Für sie wurde eine eigene Holzplatte zugesägt, auf der alle notwendigen Komponenten ihren Platz fanden. Das Grundprinzip des Systems ist erfreulich logisch aufgebaut:
Vom Frischwasser geht es zunächst durch einen Grobfilter, weiter zur Lilie Membranpumpe, dann in den Druckausgleichsbehälter. Danach folgt ein Rückschlagventil, ein Druckminderer und schließlich die Verteilung in Warm- und Kaltwasserkreislauf. Der Warmwasserkreislauf führt über den Boiler zum Verbrühschutz, bevor zwei Leitungen – warm und kalt – ins restliche System gehen. Das gesamte System arbeitet mit 1,5 Bar. Nicht mehr, nicht weniger. Ordnung muss sein.

(C) Ernst und Meike Wagner

Der Pumpe selbst wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Zwar verfügt sie bereits über einen eigenen Vibrationsdämpfer, aber wir wollten ganz sicher gehen. Also wurde ein zusätzliches Brett angefertigt, auf dem die Pumpe samt Dämpfer montiert ist. Dieses Brett wiederum sitzt auf weiteren Vibrationsdämpfern, die es vom Hauptbrett entkoppeln. Die Hoffnung: maximale Laufruhe und minimale Geräuschkulisse. Falls man trotzdem etwas hört, liegt es vermutlich an uns.

(C) Ernst und Meike Wagner

Alles an seinem Platz – und erreichbar

Das komplette Pumpenbrett mit allen Komponenten wurde zwischen den beiden Frischwasserbehältern an den Bodenprofilen befestigt. Damit ist nun alles vorbereitet, um die Leitungen anzuschließen. Der große Elchtest – die finale Dichtigkeitsprüfung – steht noch aus, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass sämtliche Bauteile gut zugänglich bleiben. Denn nichts ist ärgerlicher als eine Undichtigkeit an einer Stelle, die man nur erreicht, wenn man zuvor den halben Ausbau rückwärts betreibt.

(C) Ernst und Meike Wagner

(C) Ernst und Meike Wagner

Das Abwasser aus der Küche wird noch an den Abwasserbehälter angeschlossen. Die Wasserzulaufleitungen haben wir vorsorglich durch Elektrorohre geführt. So lassen sich die Leitungen bei Bedarf später einfach austauschen, ohne den Boden öffnen zu müssen. Durchfädeln statt aufstemmen – wir lernen dazu.

(C) Ernst und Meike Wagner

Unser Ziel bleibt klar: Die Technik soll so einfach wie möglich sein. Komplex wird sie von ganz allein.

Die Wasserversorgung nimmt Formen an – Teil 1

1 Comment
(C) Ernst und Meike Wagner

(oder: Wie man freiwillig Löcher in nagelneue Wassertanks bohrt)

Wasser ist Leben. Wasser ist Komfort. Wasser ist… im Kofferaufbau vor allem eines: eine Einladung zu kreativen Problemlösungen, philosophischen Grundsatzfragen und der ständigen Angst, dass es am Ende doch irgendwo tropft. Aber der Reihe nach.

Der Einbau unserer Wasserversorgung begann – wie so oft – nicht mit dem Frischwasser, sondern mit dem, was am Ende wieder weg soll: dem Abwasser. Dazu gibt es bereits einen eigenen Beitrag im Ausbauverlauf, auf den wir an dieser Stelle gerne verweisen (Abwasser gewürdigt). Nachdem dieser Teil zumindest theoretisch seinen Platz gefunden hatte, ging es nun an die Frischwasserbehälter. Mehrzahl. Weil einmal Wasser einfach nicht reicht.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Um die endgültige Position der Frischwasserbehälter festlegen zu können, mussten zunächst die Aluprofile für die Sitzbänke sowie der Zwischenboden fertiggestellt werden. Klingt banal, bedeutet in der Praxis aber: messen, nochmal messen, zweifeln, neu messen und schließlich sägen – natürlich millimetergenau daneben.

Der Zwischenboden wurde zugesägt und zunächst nur provisorisch eingepasst. Erst danach ließ sich entscheiden, wo die Tanks wirklich hin dürfen. Oder besser gesagt: wo sie am wenigsten im Weg sind. Nachdem diese Grundsatzentscheidung gefallen war, konnten die Behälter vorbereitet werden.

Zuerst wurden die Frischwasserbehälter mit Holzstegen eingefasst und verklebt. Danach kamen Antirutschmatten auf den Boden, denn nichts ist unangenehmer als ein wandernder Wassertank während der Fahrt. Die Behälter wurden darauf platziert und abschließend mit Gewindestangen und Zurrbändern sicher am Boden fixiert. Bombenfest – zumindest solange man nicht darüber nachdenkt, wie viel Wasser eigentlich wiegt.

(C) Ernst und Meike Wagner

Bevor die Tanks endgültig verschwinden durften, wurden sämtliche Löcher und Anschlüsse eingebaut. Ja, wir haben absichtlich Löcher in neue Wassertanks gebohrt. Nein, das fühlt sich nicht richtig an. Aber es muss sein. Anschließend folgte eine Dichtigkeitsprüfung, die erfreulicherweise ohne nennenswerte Überschwemmungen endete.

(C) Ernst und Meike Wagner