Monat: April 2026

Die Gasanlage

 

 

Nach der erfolgreichen Vorbereitung zur Umschlüsselung unseres Fahrzeugs (hier nachzulesen) steht direkt der nächste Meilenstein vor der Tür: die Abnahme der Gasanlage. Klingt erst mal unspektakulär. Ist es aber nicht. Wirklich nicht.

Denn wie ihr bereits bei unserer Umplanung (dieser kleine Nervenzusammenbruch hier) gelesen habt, war genau diese Gasanlage einer der Hauptgründe dafür, dass wir unseren kompletten Ausbau nochmal über den Haufen geworfen haben. Also wirklich komplett. Mit Schwung. Und ein bisschen innerem Weinen.

Aber gut – Vorschriften sind Vorschriften. Also haben wir uns hingesetzt und alles genau so gebaut, wie man es eben… bauen muss. Oder zumindest so, wie wir glauben, dass man es bauen muss. Was ja auch irgendwie zählt.

Der Gaskasten – Deckel auf, Deckel auf, Problem da

Los ging’s mit dem Gaskasten.

Und weil „normal“ bei uns ungefähr so beliebt ist wie ein platter Reifen im Regen, haben wir uns für eine eher… sagen wir mal… kreative Lösung entschieden: Zugang von oben.

Heißt konkret:
Erst Sitzfläche aufklappen.
Dann Gaskasten öffnen.

(C) Ernst und Meike Wagner

Klingt simpel. War es nicht.

Die Herausforderung: Scharniere so zu platzieren, dass sich beide Deckel öffnen lassen, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Was in der Theorie ungefähr so einfach klingt wie „mach halt richtig“. In der Praxis haben wir uns gefühlt wie zwei Menschen, die versuchen, IKEA-Möbel ohne Anleitung und mit verbundenen Augen aufzubauen.

Nach einigen Versuchen (und einer leichten emotionalen Bindung zu unseren Scharnieren) hat es dann aber tatsächlich funktioniert. – Wir müssen erst mal immer eine Beziehung zur Sache aufbauen 🙂

Damit die Gasflasche nicht bei jeder Bodenwelle Samba tanzt, haben wir eine Auflage aus Aluriffelblech eingebaut. Stabil, praktisch und sieht auch noch so aus, als hätten wir Ahnung.

Das Loch des Vertrauens (100 cm² Nervenkitzel)

Als nächstes kam die wohl endgültigste aller Entscheidungen:
Ein Loch in den Boden.

Nicht irgendeins.
Ein 100 cm² großes Loch.

   

Mit einer 120 mm Lochkreissäge haben wir uns dann durch den Boden gearbeitet und sind bei stolzen 113,10 cm² gelandet. Also mehr als genug Fläche, um im Zweifel zu sagen: „Das passt schon.“

Das Loch ist natürlich nicht einfach nur ein Loch (wäre ja zu einfach), sondern die offizielle „Falls-Gas-austritt-dann-bitte-hier-entweichen“-Öffnung.

Damit uns aber weder Wasser noch ungebetene Mitfahrer (Stichwort: alles mit mehr als zwei Beinen) besuchen kommen, haben wir:

  • das Ganze mit Sika sauber abgedichtet
  • ein Edelstahlnetz (aka Fliegennetz Deluxe) eingebaut
  • darüber ein Lüftungsgitter gesetzt
  • und von unten das Ganze nochmal gesichert

Kurz gesagt: Wenn da jetzt noch was durchkommt, hat es sich den Platz auch verdient.

Materialbeschaffung – oder: Wie man keinen Umsatz machen will

Die Gasrohre selbst wollten wir eigentlich ganz entspannt bei Movera kaufen.

Spoiler: wollten.

Denn anscheinend ist es dort Voraussetzung, die Seriennummer eines Fahrzeugs zu kennen, das man nicht besitzt, um Material kaufen zu dürfen, das frei im Internet angeboten wird.

Logisch. Total.

Nach kurzer Verwirrung, leichter Frustration und einem innerlichen „Dann halt nicht!“ haben wir uns einfach einen Händler in der Nähe gesucht – und siehe da: Es ging plötzlich. Mit Beratung. Mit Verkauf. Mit allem, was man sich so vorstellt.

Dort haben wir dann auch direkt alle Kleinteile und Adapter eingesammelt. Wenn schon, denn schon.

Gasrohre verlegen – Präzision trifft Verzweiflung

Dann wurde es ernst: Gasrohre verlegen.

Ausgerüstet mit:

  • Schneidewerkzeug
  • Entgrater (innen und außen – man lernt ja dazu)
  • und einem Biegewerkzeug

haben wir uns ans Werk gemacht.

Und hier ein kleiner Tipp aus der Kategorie „Hätten wir auch gern vorher gewusst“:
Die Länge muss passen. Und zwar richtig.

Vor allem an festen Punkten wie:

  • dem zusätzlichen Absperrventil
  • und der Außenversorgung

Da gibt’s kein „ach, das drücken wir schon irgendwie hin“. Nein. Tut man nicht.

Interessanterweise waren die kurzen Stücke die schlimmsten. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil sie genau dann nerven, wenn man denkt, man hätte es langsam verstanden.

Wichtig beim Verschrauben:
Der Schneidring muss sauber sitzen, die Überwurfmutter erst handfest und dann etwa 1 bis 1,5 Umdrehungen mit dem Schlüssel nachziehen.

Ein Drehmoment? Haben wir nicht gefunden. Falls jemand eins kennt: bitte melden. Wir nehmen alles.

Sehr hilfreich war übrigens die Montageanleitung von GOK:
https://www.gok.de/Download-Center/Technische-Dokumentation/Montagehinweise/

 

 

 

Unterboden-Yoga und das T-Stück des Grauens

Unter dem Fahrzeug haben wir dann alle Leitungen auf ein T-Stück zusammengeführt.

Und hier begann der Teil, den ich gerne als „Rohrbiegen auf fortgeschrittenem Leidensniveau“ bezeichnen würde.

Die Rohre mussten:

  • exakt passen
  • sauber gebogen werden
  • eine Traverse überwinden
  • und gleichzeitig noch irgendwie logisch aussehen

 

Besonders schön war die Stelle vom Absperrventil durch den Boden und dann nach links weg. Inklusive Hindernisparcours.

Sagen wir es so:
Es funktioniert.
Aber es ist nicht die Stelle, die ich Besuchern als erstes zeigen würde.

   

Fixiert haben wir die Leitungen dann alle etwa 50 cm mit gummierten Schellen am Unterboden. Hält. Wackelt nicht. Reicht uns.

Die 3-Meter-Herausforderung (aka: Warum tue ich mir das an?)

Zum Schluss kam noch die Königsdisziplin:
Die Leitung für den Gasherd.

Etwa 3 Meter lang.

Und diese Leitung sollte:

  • sich an den Boden anschmiegen
  • eine Traverse überwinden
  • durch den Boden geführt werden
  • und innen genau auf der richtigen Höhe rauskommen

Also im Grunde eine Mischung aus Origami, Tetris und Selbstzweifeln.

Ich sag’s ehrlich: Das war eine Herkulesaufgabe. Für mich persönlich eher Kategorie „Herkules hatte es einfacher“.

Aber – und das ist das Wichtige – am Ende hat alles gepasst. Irgendwie. Mit ein bisschen Nachjustieren. Und minimalem Stolz.

   

Fazit: Viel gelernt, wenig elegant, aber funktioniert

Wenn wir eines bei der Gasanlage gelernt haben, dann das:

Perfektion ist überbewertet. Funktion ist entscheidend.

Wir haben geflucht, gelacht, neu gemacht und uns zwischendurch gefragt, warum wir uns das eigentlich antun. Aber genau das gehört dazu.

Und jetzt?
Jetzt steht die Abnahme an.

Drückt uns die Daumen.

Categories: Ausbauverlauf, Gas, Koffer

Eckbank im LKW-Ausbau

 

 

Es gibt diese Momente im Ausbau, da denkst du: „Ach, das wird jetzt ein entspanntes Projekt.“
Und dann lacht dich dein eigener Grundriss aus.

So geschehen bei unserer Eckbank.

Wie ihr bereits wisst, haben wir unsere ursprüngliche Planung ja ganz heldenhaft über Bord geworfen – nicht aus Spaß, sondern wegen… sagen wir mal… räumlicher Realitätsnähe (Ursprünglicher Plan vs. Realität). Und weil wir uns den Traum der Umschlüsselung erfüllen wollen (Warum wir uns das antun), musste plötzlich alles ganz schnell gehen.
Die Eckbank wurde vom „machen wir irgendwann mal“ Projekt zum „ohne dich geht hier gar nichts mehr“ Bauteil.

 

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner

 

Kein Druck also.

Wenn eine Bank zur Projektleitung wird

Man könnte meinen, man baut einfach eine Bank. Ein bisschen Holz, ein paar Schrauben, fertig.
Was man stattdessen bekommt: ein Projekt, das dir ganz klar zeigt, dass du eigentlich gar nichts im Griff hast.

Denn bevor wir überhaupt daran denken durften, die Eckbank einzubauen, kam erstmal… alles andere.

Allen voran Martha (Hier wohnt Martha jetzt).
Martha musste zuerst rein. Warum? Weil sie genau da sitzt, wo man später nie wieder hinkommt. Klingt logisch – ist es auch. Wenn man das vorher weiss. Wir wussten es natürlich erst, als es fast zu spät war – Aber zum Glück noch daran gedacht haben.

Und dann kam unser Gasmann.
Mit einer dieser Aussagen, die mit „Eigentlich kein Problem, aber…“ anfangen und mit einer kompletten Umplanung enden. Ergebnis: Zwei Türen im Glaskasten? Nö. Dürfen wir nicht. Also nochmal alles neu denken (Die Umplanung unseres Lebens).

 

(C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner

 

Zu diesem Zeitpunkt war klar: Die Eckbank wird nicht gebaut.
Die Eckbank wird verdient!!

Gas, Strom und die Kunst, Dinge vorher zu wissen

Bevor die Eckbank überhaupt ihren Platz sehen durfte, mussten wir uns um die Gasinstallation kümmern. Und zwar so, als würden wir danach nie wieder drankommen.
Weil… Spoiler: Tun wir auch nicht.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Das bedeutete:
Der Standort der Gasflasche musste festgelegt werden. Endgültig. Kein „ach, vielleicht doch anders“.
Denn davon hing direkt das berühmte 100 cm² große Loch im Boden ab.

Und ja – wir haben wirklich ein Loch in unseren LKW gebohrt.
Mit einer 120 mm Lochsäge.
Und ja – es fühlt sich exakt so falsch an, wie es klingt.

Aber hey: Wer nicht bohrt, der nicht gewinnt.

Natürlich hörte es da nicht auf. Gasleitungen mussten durch den Boden geführt werden, damit sie sich unten hübsch treffen können – quasi ein kleines Leitungs-Speed-Dating unterm Fahrzeug.
Und weil wir aus unseren Fehlern lernen (manchmal), haben wir auch gleich die Gasaußenversorgung mit einem zusätzlichen Ventil versehen und fest verbaut. Damit wir später nicht wieder sagen müssen:
„Ach, da hätten wir mal früher dran denken sollen.“

 

(C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner

 

Elektrik – oder wie man Kabel auf Vorrat kürzt

Parallel dazu durften wir uns mit der Elektrik beschäftigen.
Und „durften“ ist hier bewusst gewählt.

(C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner

 

Alle Leitungen mussten abgelängt und vorbereitet werden, weil – Überraschung – nach der Eckbank kommt man da auch nicht mehr ran.
Also haben wir fröhlich Kabel zugeschnitten für:

  • 12V Außenversorgung
  • 12V Anschluss oberhalb der Eckbank
  • zusätzliche Wasserpumpe
  • Solaranlage
  • 230V Anschlüsse innen und außen

Kurz gesagt: Wir haben alles vorbereitet, was man sich vorstellen kann – und vermutlich auch ein bisschen mehr, einfach aus Angst, etwas zu vergessen.

Der Elektrowürfel (ja, das ist ein offizieller Fachbegriff… in unserem Kopf) wurde dann oberhalb der Eckbank an seinen Platz gezwungen. Mit Winkeln. Viele Winkel. Sehr viele Winkel.

 

Und dann… die Terrasse. Natürlich.

Gerade als wir dachten: „Jetzt aber wirklich Eckbank!“, fiel uns ein kleines Detail wieder ein.

Die Terrassentür (Hier der Ursprung unserer Outdoor-Träume).
Dort sollten ja noch Plissees rein.

Und ratet mal, wo man danach nie wieder hinkommt?

Richtig.
Hinter die Eckbank.
Direkt bei Martha.

Also haben wir auch das auch noch schnell erledigt. Weil wir inzwischen gelernt haben:
„Schnell noch“ ist im Ausbau gleichbedeutend mit „Das dauert jetzt wieder drei Tage“.

 

Der Moment der Wahrheit

Irgendwann – und wir wissen selbst nicht mehr genau wie – war es dann soweit.

Alle Leitungen lagen.
Alle Löcher waren gebohrt (und wir emotional halbwegs darüber hinweg).
Die Gasinstallation war vorbereitet.
Die Terrasse war geblindet.
Martha sass zufrieden auf ihrem Platz.

Und dann kam sie:
Die Eckbank.

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Endlich durfte sie rein. Wurde ausgerichtet, verschraubt, nochmal gelöst, nochmal ausgerichtet (weil natürlich nichts beim ersten Mal passt) und schließlich fixiert.

Der Gaskasten wurde mit ihr verbunden, am Boden gesichert und bekam seinen Deckel – damit auch wirklich nichts mehr verrutschen kann. Außer vielleicht unsere Nerven.

Zum Abschluss kamen noch die Sitzfläche mit Scharnieren und die Rückwand drauf.

Und da stand sie dann.
Unsere Eckbank.

 

Fazit: Mehr als nur ein Möbelstück

Was wir gelernt haben?

Die Eckbank ist kein Möbelstück.
Sie ist ein Gatekeeper.

Wenn du sie baust, hast du vorher schon alles andere durchdacht – oder du wirst gnadenlos dazu gezwungen.
Sie ist der Punkt im Ausbau, an dem „ach, das machen wir später“ einfach nicht mehr funktioniert.

Und ganz ehrlich:
Wir hätten uns viel Stress sparen können, wenn wir das früher gewusst hätten.

Aber dann hätten wir auch weniger zu lachen gehabt.
Zumindest im Nachhinein.

Währenddessen… eher so mittel.

Elektroschrank wird weiterentwickelt

(C) Ernst und Meike Wagner

Schwer, störrisch und irgendwie immer im Weg

Bevor überhaupt irgendwas geregelt werden konnte, mussten erst mal die Batterien an ihren Platz.
Klingt banal – ist aber ungefähr so, als würdest du versuchen, einen Kühlschrank in ein Schuhregal zu integrieren… nur teurer.

Zusätzlich wollten wir clever sein (was erfahrungsgemäß immer gefährlich ist) und direkt eine Bodenplatte so konstruieren, dass später auch größere Batterien reinpassen.
Heißt im Klartext:

  • stabil genug für den Alltag
  • flexibel genug für die Zukunft
  • und bitte so verbaut, dass man im Notfall wieder drankommt

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Parallel dazu durften wir unsere 50cm – 70mm²-Kabel bändigen. Diese Kabel haben ungefähr den Charme eines störrischen Gartenschlauchs im Winter – nur mit deutlich mehr Konsequenzen, wenn man Mist baut.

Also:
Minusseite → Shunt
Plusseite → 400A-Sicherung + Hauptschalter

Und das alles so platziert, dass unsere zusätzlich eingebaute schlaue Bodenplatte im Zweifel auch wieder raus kann.
(Spoiler: Wir haben mehrfach überprüft. Und dann nochmal. Und dann sicherheitshalber nochmal.)

(C) Ernst und Meike Wagner

Das große Prinzip – Endlich ein Plan!

An dieser Stelle haben wir uns tatsächlich wie richtige Erwachsene gefühlt, denn: Es gab ein System.

Von der Hauptbatterie gehen zuerst die Versorgungsschienen weg.
Darauf landen dann:

  • alle Ladeleitungen (Solar, Booster, Ladegeräte)
  • große Verbraucher (z. B. Kühlschrank – der kleine Strom-Vielfraß)
  • und die sogenannten „Fühlerleitungen“ für Geräte, die wissen wollen, was die Batterie gerade so treibt

Von dort aus gehen 6mm²-Leitungen weiter zu den DC-DC-Wandlern.
Und diese übernehmen dann die Versorgung der Endgeräte.

(C) Ernst und Meike Wagner

Der Vorteil?
Deine empfindlichen Geräte bekommen eine saubere, stabile Spannung von 12–12,5V.
Keine Spannungsspitzen, keine bösen Überraschungen.

(C) Ernst und Meike Wagner

Ein Paradebeispiel: der MaxxFan.
Der mag nämlich keine elektrischen Achterbahnfahrten.

Der Frieden mit den Solarkabeln

Dann kam der Moment, auf den wir heimlich hingearbeitet haben:
Die starren Solarkabel endlich anschließen.

Diese Dinger lagen seit der Kabeldurchführung rum und waren IMMER im Weg.
Egal wo du standest – sie waren da.
Egal was du gemacht hast – sie haben gestört.

Jetzt: 30A-Sicherung rein, ordentlich verlegt, angeschlossen.
Fertig.

Wir haben kurz überlegt, eine kleine Einweihungsfeier zu machen.

Von dort ging’s mit 6mm² weiter zum Laderegler – abgesichert mit 60A.
Und ja: Die Wege sind kurz. Sehr kurz. Etwa 80 cm.
Aber hey – auch auf kurzen Strecken kann man ordentlich Chaos anrichten.

Wichtig war uns die Reihenfolge:

  1. Erst Laderegler an Batterie anschließen
  2. Dann erst die Solarplatten zuschalten

Beim Abschalten natürlich andersrum.
(Man lernt ja dazu… meistens zumindest.)

(C) Ernst und Meike Wagner

Phase 3: Die Wandler und der Kampf gegen die Physik

Jetzt wurde es spannend: DC-DC-Wandler anschließen.

Dabei fiel uns auf: Die Dinger haben Lüfter.
Und Holz… nun ja… Holz liebt es, Geräusche zu verstärken.

Einmal falsch montiert und dein Ausbau klingt wie ein startender Helikopter.

Also haben wir einen Platz gesucht, der möglichst wenig als Resonanzkörper dient.
Gefunden haben wir ihn tatsächlich: an der Türseite gegenüber dem Anschlag. – Dort ist viel Alu-Profile verbaut.

Manchmal hat man auch einfach Glück. Selten, aber es passiert.

Angeschlossen wurde alles mit 6mm² und jeweils 40A abgesichert. -Wird aber voraussichtlich mit 30A oder 35A ausgetauscht – mal sehen was die Praxis einen so lehrt.

Zwei Stromkreise, unendlich viele Gedanken

Von den Wandlern ging es weiter zur Sicherungsleiste – dem Verteilerzentrum unseres kleinen Strom-Universums.

Spannend: Die Wandler lassen sich separat schalten.
Heißt: zwei Stromkreise.

Aber Achtung:
Maximal 20A pro Wandler gleichzeitig.

Also mussten wir uns überlegen: Wer darf, wer nicht?

Der Kühlschrank?
Zu durstig → fliegt raus.

Der Rest?

  • Licht
  • Lüfter
  • Steckdosen (aka Zigarettenanzünder)
  • Pumpen

Alles machbar.

Unsere Lösung:

  • Lichter + Pumpen auf einen Wandler
  • Osmoseanlage und Fahrradladegerät jeweils eigene Wandler

Klingt durchdacht. War es auch… nach dem dritten Versuch.

(C) Ernst und Meike Wagner

Schalter, Schalter überall

Natürlich braucht das Ganze auch Bedienelemente.

Also haben wir Schalter verteilt wie ein Eichhörnchen seine Nüsse:

  • Küche → Arbeitslicht, Wasserpumpe, Osmose
  • Eingang → Garderobenlicht
  • Bett → Nachtlicht

Und ja, ein Teil davon sitzt direkt im Schaltschrank.
Der Rest da, wo man ihn wirklich braucht. (Revolutionär, wir wissen.)

Zukunftssicher (oder zumindest tun wir so)

Wir kennen uns inzwischen gut genug, um zu wissen:
Uns wird noch Zeug einfallen.

Deshalb haben wir bewusst Platz im Schaltschrank gelassen.
Für spontane Ideen, unnötige Spielereien oder „das brauchen wir unbedingt noch“-Momente.

Der Realitätscheck

Am Ende kommt der wichtigste Schritt:
Ein echter Elektriker schaut sich das Ganze an.

Denn wie es so schön im TÜV-Merkblatt heißt:
„Die elektrische Anlage soll fachgerecht installiert sein.“

Und „wir haben uns wirklich Mühe gegeben“ zählt da leider nicht.

Unser innerer Monk gab mir keine Ruhe. So haben wir das nochmals auf unserer Weite geprüft:
Mittels Dauerlast von 2,5KW für ca 1 Std. das Ergebnis beruhigt:

(C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner    (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner     (C) Ernst und Meike Wagner

Aber:
Wenn der Fachmann nickt – dann schlafen wir definitiv ruhiger.

Und unser LKW hoffentlich auch.

Vorbereitungen für die Umschlüsselung

1 Comment

 

 

Es gibt diese Momente im Ausbau eines Fernreisemobils, in denen man plötzlich merkt: Jetzt wird’s ernst. Nicht mehr nur Flex, Holzstaub und „Ach, das machen wir später noch hübsch“, sondern Behörden, Vorschriften und Menschen mit Klemmbrett. In unserem Fall bedeutete das: Die Umschlüsselung unseres LKW zum Wohnmobil rückt näher.

Und genau an diesem Punkt wurde uns klar, dass wir uns langsam – wirklich langsam – einen Terminplan überlegen sollten. Also nicht nur das klassische „Das bauen wir irgendwann mal ein“, sondern eher „Wann genau muss das Ding so aussehen, dass der TÜV nicht spontan in Ohnmacht fällt?“.

Wer unseren bisherigen Ausbau verfolgt hat, weiss ja: Perfektion ist bei uns eher ein dynamischer Zielzustand. Wer sich das Elend bzw. den Fortschritt noch einmal ansehen möchte, findet den bisherigen Wahnsinn übrigens hier in unserer Kategorie: „Ausbauverlauf“ – dort sieht man sehr schön, wie aus einem LKW nach und nach etwas entsteht, das irgendwann einmal entfernt an ein Wohnmobil erinnern könnte.

Unser Fahrzeug ist aktuell noch ganz offiziell für den Güterverkehr zugelassen. Das klingt wichtig, fühlt sich aber im Moment ungefähr so passend an wie ein Smoking beim Ölwechsel. Ziel ist natürlich die Umschlüsselung zum Sonderkraftfahrzeug Wohnmobil.

Das bedeutet allerdings:
Man braucht jemanden, der sich das ganze Projekt anschaut und am Ende sagt: „Ja, das kann man guten Gewissens als Wohnmobil durchgehen lassen.“

Klingt einfach.

Ist es nicht.

Denn wie wir lernen durften, darf das nicht jeder TÜV-Prüfer machen. Auch hier gibt es – Überraschung – Vorschriften. Der Prüfer benötigt nämlich eine besondere Befähigung, um ein Vollgutachten nach §21 StVZO durchführen zu dürfen.

Mit anderen Worten:
Man braucht einen Prüfer, der nicht nur Ahnung hat, sondern auch offiziell Ahnung haben darf.

Also begann eine kleine Odyssee durch Telefonate, E-Mails und gelegentlich ratlose Gesichter. Der typische Gesprächsverlauf war ungefähr so:

„Hallo, wir bauen gerade einen LKW zum Wohnmobil um…“

Kurze Pause.

„…ah.“

Noch längere Pause.

„Dafür brauchen Sie jemanden mit §21.“

Genau. Den suchen wir ja.

Nach einigen Umwegen – und vermutlich dank einer guten Portion Glück – haben wir dann tatsächlich einen Prüfer gefunden, der sich unseres Projekts annehmen wollte. Auch wenn „Zeit haben“ bei ihm eher bedeutet: ein sehr kleines Zeitfenster zwischen zwei sehr großen Terminen.

An dieser Stelle möchten wir wirklich einmal ein großes Dankeschön aussprechen. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass jemand sich die Zeit nimmt, sich ein halb fertiges, staubiges und teilweise noch sehr optimistisches Ausbauprojekt anzuschauen.

Der Prüfer war also bereits bei uns und hat sich unser Fahrzeug im aktuellen Zustand angesehen. Das ist ungefähr so, als würde man einem Architekten eine Baustelle zeigen, bei der noch nicht ganz klar ist, ob es ein Haus oder doch eher ein modernes Kunstprojekt wird.

Wir haben ihm also unseren aktuellen Ausbaustand präsentiert – inklusive der typischen Baustellenklassiker:

  • „Hier kommt später noch etwas hin.“

  • „Das ist nur provisorisch.“

  • „Die Schrauben tauschen wir natürlich noch.“

Er blieb erstaunlich ruhig.

Und dann kam das Dokument ins Spiel, das jeder angehende Wohnmobilbauer irgendwann kennenlernen sollte:

👉 https://shop.tuev-verband.de/merkblaetter/MB-FZMO-Fahrzeug-und-Mobilitaet/Anforderungen-an-die-Fahrzeugart-Wohnmobil-MB-FZMO-740

Das TÜV-Verband Merkblatt MB FZMO 740 beschreibt ziemlich genau, welche Anforderungen ein Fahrzeug erfüllen muss, um als Wohnmobil zu gelten. Wir können nur jedem ans Herz legen, da einmal reinzuschauen – idealerweise bevor man anfängt, Dinge fest einzubauen, die später wieder raus müssen.

Glücklicherweise konnten wir bei unserem Ausbau bereits einige dieser Anforderungen berücksichtigen. Nicht unbedingt, weil wir besonders clever sind, sondern eher, weil wir uns frühzeitig ein bisschen eingelesen haben. Und weil wir das Internet sehr intensiv mit Fragen genervt haben.

Wer sehen möchte, wie sich diese Planung in unserem Ausbau niedergeschlagen hat, findet dazu ebenfalls einige Beiträge im bisherigen Ausbauverlauf:

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Nach der Besichtigung kam der Satz, der uns für den Rest der Woche erstaunlich gute Laune beschert hat:

„Ihr seid eigentlich ganz gut dabei.“

Man muss verstehen: Für uns klang das ungefähr so, als hätte jemand gesagt:
„Das wird am Ende vermutlich wirklich ein Wohnmobil.“

Natürlich gab es auch einige Hinweise und Vorgaben. Dinge, die noch umgesetzt werden müssen, Dinge, die so bleiben können, und Dinge, bei denen man besser nicht nachfragt, warum sie so sind.

Aber insgesamt war das Feedback positiv genug, dass wir gemeinsam einen groben Terminplan für die Abnahme festlegen konnten.

Wenn alles halbwegs nach Plan läuft – und wir nicht wieder in eine spontane „Das könnten wir auch noch schnell ändern“-Phase verfallen – möchten wir Ende April den ersten Versuch der Umschlüsselung wagen.

Bis dahin muss das Fahrzeug im Groben den Anforderungen für ein Wohnmobil entsprechen.

Das bedeutet:

Schlafen, sitzen, kochen und wohnen muss erkennbar sein.

Ob alles perfekt ist?
Natürlich nicht.

Aber perfekt ist im Fahrzeugausbau ohnehin ein sehr theoretisches Konzept.

Falls jetzt jemand denkt, dass mit der Umschlüsselung der Ausbau abgeschlossen ist, müssen wir leider enttäuschen.

Ein Fahrzeugausbau ist wie eine Dauerbaustelle mit Rädern.

Es gibt immer noch etwas zu verbessern, umzubauen oder komplett neu zu denken. Wer uns also weiterhin bei diesem kreativen Chaos begleiten möchte, wird auch in Zukunft genügend Material im Ausbauverlauf finden:

Denn eines können wir jetzt schon versprechen:

Langweilig wird es ganz bestimmt nicht.