Elektroschrank wird weiterentwickelt
Batterien: Schwer, störrisch und irgendwie immer im Weg
Bevor überhaupt irgendwas geregelt werden konnte, mussten erst mal die Batterien an ihren Platz.
Klingt banal – ist aber ungefähr so, als würdest du versuchen, einen Kühlschrank in ein Schuhregal zu integrieren… nur teurer.
Zusätzlich wollten wir clever sein (was erfahrungsgemäß immer gefährlich ist) und direkt eine Bodenplatte so konstruieren, dass später auch größere Batterien reinpassen.
Heißt im Klartext:
- stabil genug für den Alltag
- flexibel genug für die Zukunft
- und bitte so verbaut, dass man im Notfall wieder drankommt

Parallel dazu durften wir unsere 50cm – 70mm²-Kabel bändigen. Diese Kabel haben ungefähr den Charme eines störrischen Gartenschlauchs im Winter – nur mit deutlich mehr Konsequenzen, wenn man Mist baut.
Also:
Minusseite → Shunt
Plusseite → 400A-Sicherung + Hauptschalter
Und das alles so platziert, dass unsere zusätzlich eingebaute schlaue Bodenplatte im Zweifel auch wieder raus kann.
(Spoiler: Wir haben mehrfach überprüft. Und dann nochmal. Und dann sicherheitshalber nochmal.)

Das große Prinzip – Endlich ein Plan!
An dieser Stelle haben wir uns tatsächlich wie richtige Erwachsene gefühlt, denn: Es gab ein System.
Von der Hauptbatterie gehen zuerst die Versorgungsschienen weg.
Darauf landen dann:
- alle Ladeleitungen (Solar, Booster, Ladegeräte)
- große Verbraucher (z. B. Kühlschrank – der kleine Strom-Vielfraß)
- und die sogenannten „Fühlerleitungen“ für Geräte, die wissen wollen, was die Batterie gerade so treibt
Von dort aus gehen 6mm²-Leitungen weiter zu den DC-DC-Wandlern.
Und diese übernehmen dann die Versorgung der Endgeräte.

Der Vorteil?
Deine empfindlichen Geräte bekommen eine saubere, stabile Spannung von 12–12,5V.
Keine Spannungsspitzen, keine bösen Überraschungen.

Ein Paradebeispiel: der MaxxFan.
Der mag nämlich keine elektrischen Achterbahnfahrten.
Der Frieden mit den Solarkabeln
Dann kam der Moment, auf den wir heimlich hingearbeitet haben:
Die starren Solarkabel endlich anschließen.
Diese Dinger lagen seit der Kabeldurchführung rum und waren IMMER im Weg.
Egal wo du standest – sie waren da.
Egal was du gemacht hast – sie haben gestört.
Jetzt: 30A-Sicherung rein, ordentlich verlegt, angeschlossen.
Fertig.
Wir haben kurz überlegt, eine kleine Einweihungsfeier zu machen.
Von dort ging’s mit 6mm² weiter zum Laderegler – abgesichert mit 60A.
Und ja: Die Wege sind kurz. Sehr kurz. Etwa 80 cm.
Aber hey – auch auf kurzen Strecken kann man ordentlich Chaos anrichten.
Wichtig war uns die Reihenfolge:
- Erst Laderegler an Batterie anschließen
- Dann erst die Solarplatten zuschalten
Beim Abschalten natürlich andersrum.
(Man lernt ja dazu… meistens zumindest.)

Phase 3: Die Wandler und der Kampf gegen die Physik
Jetzt wurde es spannend: DC-DC-Wandler anschließen.
Dabei fiel uns auf: Die Dinger haben Lüfter.
Und Holz… nun ja… Holz liebt es, Geräusche zu verstärken.
Einmal falsch montiert und dein Ausbau klingt wie ein startender Helikopter.
Also haben wir einen Platz gesucht, der möglichst wenig als Resonanzkörper dient.
Gefunden haben wir ihn tatsächlich: an der Türseite gegenüber dem Anschlag. – Dort ist viel Alu-Profile verbaut.
Manchmal hat man auch einfach Glück. Selten, aber es passiert.
Angeschlossen wurde alles mit 6mm² und jeweils 40A abgesichert. -Wird aber voraussichtlich mit 30A oder 35A ausgetauscht – mal sehen was die Praxis einen so lehrt.
Zwei Stromkreise, unendlich viele Gedanken
Von den Wandlern ging es weiter zur Sicherungsleiste – dem Verteilerzentrum unseres kleinen Strom-Universums.
Spannend: Die Wandler lassen sich separat schalten.
Heißt: zwei Stromkreise.
Aber Achtung:
Maximal 20A pro Wandler gleichzeitig.
Also mussten wir uns überlegen: Wer darf, wer nicht?
Der Kühlschrank?
Zu durstig → fliegt raus.
Der Rest?
- Licht
- Lüfter
- Steckdosen (aka Zigarettenanzünder)
- Pumpen
Alles machbar.
Unsere Lösung:
- Lichter + Pumpen auf einen Wandler
- Osmoseanlage und Fahrradladegerät jeweils eigene Wandler
Klingt durchdacht. War es auch… nach dem dritten Versuch.

Schalter, Schalter überall
Natürlich braucht das Ganze auch Bedienelemente.
Also haben wir Schalter verteilt wie ein Eichhörnchen seine Nüsse:
- Küche → Arbeitslicht, Wasserpumpe, Osmose
- Eingang → Garderobenlicht
- Bett → Nachtlicht
Und ja, ein Teil davon sitzt direkt im Schaltschrank.
Der Rest da, wo man ihn wirklich braucht. (Revolutionär, wir wissen.)
Zukunftssicher (oder zumindest tun wir so)
Wir kennen uns inzwischen gut genug, um zu wissen:
Uns wird noch Zeug einfallen.
Deshalb haben wir bewusst Platz im Schaltschrank gelassen.
Für spontane Ideen, unnötige Spielereien oder „das brauchen wir unbedingt noch“-Momente.
Der Realitätscheck
Am Ende kommt der wichtigste Schritt:
Ein echter Elektriker schaut sich das Ganze an.
Denn wie es so schön im TÜV-Merkblatt heißt:
„Die elektrische Anlage soll fachgerecht installiert sein.“
Und „wir haben uns wirklich Mühe gegeben“ zählt da leider nicht.
Unser innerer Monk gab mir keine Ruhe. So haben wir das nochmals auf unserer Weite geprüft:
Mittels Dauerlast von 2,5KW für ca 1 Std. das Ergebnis beruhigt:

Aber:
Wenn der Fachmann nickt – dann schlafen wir definitiv ruhiger.
Und unser LKW hoffentlich auch.