Anbau des Unterfahrschutzes
Eine Stunde Schrauben, Fluchen und Hoffen
Nachdem der Kofferaufbau seinen Platz auf dem Fahrgestell gefunden hatte, stand der nächste Punkt auf der Ausbau-Liste an: der Anbau des Unterfahrschutzes. Klingt nach einer überschaubaren Aufgabe. Und tatsächlich – diesmal sollte uns kein unerwarteter Weltuntergang, keine abgerissene Schraube und auch kein komplett neu zu erfindendes Bauteil begegnen. Wobei wir inzwischen bei jedem Arbeitsschritt fest davon ausgehen, dass das Universum zumindest einen kleinen Überraschungsmoment für uns bereithält.
Bevor es losging, möchten wir zunächst einen herzlichen Gruß an Sebastian schicken. Von ihm haben wir den kompletten Unterfahrschutzsatz gekauft. Vielen Dank an dieser Stelle für die schnelle Lieferung und die unkomplizierte Abwicklung.
Wer jetzt denkt, so ein Unterfahrschutz sei lediglich ein etwas größer geratenes Stück Blech, der irrt gewaltig. Das Teil bringt ein durchaus respektables Eigengewicht mit. Zumindest genug, dass wir uns recht schnell gegen die Strategie „einfach mal mit einer Hand hochhalten und mit der anderen verschrauben“ entschieden haben. Unsere Krankenversicherung hätte diese Variante vermutlich ebenfalls nicht befürwortet.
Also erfolgte die Montage in mehreren Schritten.
Zunächst mussten die vorhandenen Kabelbäume angehoben werden. Dafür wurden die Kabelbinder vom Leiterrahmen gelöst. Dabei fiel uns auf, dass die Kabelbinder vermutlich werksseitig zusätzlich mit kleinen Gummiringen zum Leiterrahmen hin gepuffert wurden. Eine dieser typischen Kleinigkeiten, die man erst bemerkt, wenn man etwas auseinanderbaut. Natürlich hätten wir die Gummiringe auch einfach ignorieren können. Aber nachdem wir bereits an anderen Stellen gelernt haben, dass die Entwickler bei Mercedes meistens einen guten Grund für solche Details hatten, wurden die Gummiringe später selbstverständlich wieder mit eingefädelt.
Im zweiten Schritt konnten die Halterungen des Unterfahrschutzes am Leiterrahmen befestigt werden. Hierfür werden die bereits vorhandenen Bohrungen im Rahmen genutzt, sodass kein Bohren erforderlich war (Der TÜV hätte hier erhebliche Einwände). Die Halterungen wurden zunächst lediglich mit einer Mutter fixiert. So konnten sie sich noch leicht bewegen und sauber am Leiterrahmen anliegen.

Anschließend wurde der eigentliche Unterfahrschutz an den seitlichen Halterungen befestigt. Jetzt begann das bekannte Spiel aus Halten, Ausrichten, Schrauben suchen, Schrauben wieder fallen lassen, Schrauben erneut suchen und so tun, als wäre das alles Teil des Plans gewesen.

Nach und nach wurden sämtliche Schrauben eingesetzt und sowohl mit den Seitenhaltern als auch mit dem eigentlichen Unterfahrschutz verschraubt. Zum Einsatz kamen selbstverständlich selbstsichernde Muttern, damit sich später nicht irgendwann auf einer Landstraße ein Teil unseres Ausbaus selbstständig macht und auf eigene Weltreise geht.

Nachdem alle Komponenten an ihrem Platz waren, wurden sämtliche Schraubverbindungen nochmals kontrolliert und gleichmäßig angezogen. Erst wenn man jede Mutter mindestens dreimal überprüft hat, beginnt langsam das Gefühl einzusetzen, dass vielleicht tatsächlich alles fest ist.
Ein Vorgang, den wir inzwischen fast schon ritualisiert haben.
Spätestens seit Projekten wie dem Einbau unserer Terrassentür, dem Rahmen für die Schiebetür oder dem Doppelten Boden haben wir gelernt, dass Nachkontrolle deutlich angenehmer ist als spätere Fehlersuche.
Zum Abschluss konnten die zuvor gelösten Kabelbäume wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren. Mit neuen Kabelbindern und den bereits erwähnten Gummiringen wurden sie wieder ordentlich am Leiterrahmen befestigt.
Und damit war die Aktion auch schon abgeschlossen.

Für den kompletten Anbau des Unterfahrschutzes haben wir insgesamt etwa eine Stunde benötigt. Das ist für unsere Verhältnisse beinahe schon rekordverdächtig. Normalerweise schaffen wir es bei solchen Arbeiten zuverlässig, mindestens ein neues Problem zu entdecken, drei weitere Baustellen zu eröffnen und den ursprünglichen Arbeitsauftrag völlig aus den Augen zu verlieren.
Diesmal nicht.
Der Unterfahrschutz sitzt, die Kabel sind wieder ordentlich verlegt und ein weiterer Punkt auf der langen Ausbau-Liste konnte erfolgreich abgehakt werden. Fast schon verdächtig reibungslos.
Wer unseren bisherigen Ausbau verfolgt hat, weiß allerdings: Wenn ein Arbeitsschritt problemlos funktioniert, bedeutet das meistens nur, dass die nächste Überraschung bereits irgendwo hinter der nächsten Ecke wartet.
Fortsetzung folgt.
Weitere Beiträge aus unserem Ausbauverlauf findet ihr natürlich ebenfalls hier auf Heilixblechle.de. Unter anderem den Bericht zum Kofferaufbau, den Vorbereitungen am Fahrgestell sowie den zahlreichen kleinen und großen Herausforderungen, die ein Expeditionsmobil-Projekt zwangsläufig mit sich bringt.