Monat: Oktober 2026

2. Wasserschaden

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Wenn der Koffer plötzlich weint

Naja … ein Wasserschaden ist es eigentlich nicht.

Aber es hat viel Aufwand bedeutet.

Und genau deshalb bekommt das Ganze natürlich einen eigenen Beitrag.

Denn nach all den Arbeiten an unserem LKW-Kofferaufbau kam irgendwann der Moment, auf den man als Selbstausbauer gleichzeitig hinfiebert und den man am liebsten vermeiden möchte:

Die erste richtige Ausfahrt.

Drei Tage unterwegs. Nicht nur mal kurz um den Block, sondern mit unserem HeilixBlechle so, wie es später auch einmal genutzt werden soll.

Und was soll ich sagen?

Es lief.

 

Die erste Ausfahrt – und plötzlich funktioniert tatsächlich alles

Strom war immer ausreichend vorhanden.

Wasser ebenfalls.

Der Kühlschrank lief und kühlte, wie er sollte – und das sogar bei ungefähr 35 Grad Außentemperatur.

Die Toilette?

Absolut top.

Die Kühlbox funktionierte bestens.

Die Küche erfüllte ihren Zweck.

Kurz gesagt:

Alles in bester Ordnung.

Nach monatelangem Bauen, Planen, Messen, Nachmessen, Fluchen, Umplanen und gelegentlichem „Das müsste jetzt aber wirklich passen“ war das schon ein ziemlich ungewohntes Gefühl.

Es funktionierte einfach.

Fast schon verdächtig.

Wer unseren Ausbauverlauf kennt, weiß allerdings: Wenn bei uns etwas zu gut läuft, sollte man besser nicht zu laut darüber sprechen.

Das Universum hört mit.

 

Glück gehabt – oder doch nicht?

Glücklicherweise hatten wir uns auf unserem Stellplatz etwas umgestellt.

Dadurch stand unser Kofferaufbau leicht schräg.

Damals dachten wir noch:

„Na gut, ist halt nicht ganz gerade.“

Später stellte sich heraus:

Das war vermutlich unser Glück.

Denn irgendwann sehe ich an einer Ecke unseres Koffers etwas, das dort definitiv nicht hingehört.

Wasser.

Es läuft aus dem Koffer.

Wasser!

Aus unserem Koffer!

Und wie Bernhard flegt zu sagen: „Ich glaub ich hab ein Kabelbrand am Herzschrittmacher“

Ich:

„Hääää???“

Was soll das?

Nach all den Überlegungen zur Wasserversorgung sollte doch gerade so etwas nicht passieren.

Und genau für solche Situationen hatte ich beim Bau mehrere Abläufe im Koffer vorgesehen.

Nicht etwa, weil ich übervorsichtig bin.

Also … vielleicht ein bisschen.

Aber hauptsächlich natürlich, weil ich ein Genie bin.

Zumindest in meiner eigenen Vorstellung.

Die Abläufe haben jedenfalls eine wichtige Aufgabe: Sollte irgendwo Wasser austreten, soll es möglichst schnell nach außen gelangen, bevor wir im Koffer eine kleine Wellnesslandschaft eröffnen.

Eine Badewanne war beim Ausbau nämlich nicht vorgesehen.

Zumindest nicht im Boden.

Die Fehlersuche beginnt

 

(C) Ernst und Meike Wagner  (C) Ernst und Meike Wagner

 

Die Ursache war vermeintlich schnell gefunden.

Der Pundmann-Wasserboiler war undicht.

Na prima.

Also Boiler wieder ausgebaut.

Das ist übrigens eine der schönsten Tätigkeiten beim Selbstausbau:

Man baut etwas sorgfältig ein, freut sich darüber, dass es endlich funktioniert – und baut es kurze Zeit später wieder aus.

Man könnte das auch als Kreislaufwirtschaft bezeichnen.

Oder als Beschäftigungstherapie.

Der Boiler wurde in ausgebautem Zustand überprüft.

Und jetzt wurde es interessant.

Denn:

Alles dicht.

Kein Tropfen.

Nichts.

Gar nichts.

Der Boiler machte plötzlich genau das, was ein Wasserboiler machen soll:

Er hielt Wasser.

Natürlich.

Warum sollte er auch genau dann undicht sein, wenn man ihn zur Fehlersuche ausbaut?

Das wäre ja viel zu einfach.

Vielleicht war der Wasserdruck das Problem

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Also begann das große Grübeln.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass ich dem Boiler beim ersten Test den maximal möglichen Leitungsdruck zugemutet hatte.

Das System unserer Wasserversorgung arbeitet grundsätzlich mit einem definierten Druck.

Wenn das Wasser erwärmt wird, dehnt es sich aus.

Und wenn sich Wasser ausdehnt, steigt bei einem geschlossenen System natürlich der Druck.

Soweit die Theorie.

In Kombination aus hohem Ausgangsdruck und Erwärmung könnte der Druck im Boiler also über den zulässigen Bereich gestiegen sein.

Und irgendwo muss der Druck dann hin.

Wasser sucht sich bekanntlich seinen Weg.

Und Wasser hat dabei ungefähr so viel Respekt vor unseren Bauplänen wie wir vor einem weiteren Umbau.

Aber warum kommt das Wasser dort heraus?

Genau hier wurde es für mich allerdings interessant.

Im Boiler befindet sich ein Überdruckventil.

Wenn der Druck zu hoch wird, kann dieses Ventil Wasser ableiten.

Das Problem:

Warum wird das Wasser dann direkt aus dem Boiler herausgeführt?

Dafür gibt es doch ein eigenes Überdruckventil, das ich zusätzlich installiert und sogar nach außen geführt habe.

Genau dafür.

Das sollte doch eigentlich der kontrollierte Weg sein.

Und nicht:

„Hallo, ich bin Wasser. Ich suche mir jetzt selbst einen Ausgang.“

Was mich zusätzlich stutzig machte:

Nachdem wir den Druck auf ein normales Niveau abgelassen hatten, trat kein weiteres Wasser mehr aus.

Gar nichts.

Und genau das passt für mich nicht so recht zu einer klassischen Undichtigkeit.

Denn wenn irgendwo wirklich eine undichte Stelle vorhanden wäre, müsste dort doch eigentlich weiterhin Wasser austreten.

Tut es aber nicht.

Zumindest bisher.

(C) Ernst und Meike Wagner

Also wieder einbauen und hoffen?

Was bleibt einem in so einer Situation?

Natürlich.

Den Boiler wieder einbauen.

Denn genau so funktioniert professioneller Selbstausbau.

Erst ausbauen.

Dann prüfen.

Nichts finden.

Dann wieder einbauen.

Und anschließend besonders aufmerksam zuhören, ob irgendwo Wasser tropft.

Vielleicht ist das ja die eigentliche Definition von Vertrauen:

Man baut ein Teil wieder ein, obwohl man nicht hundertprozentig verstanden hat, warum es vorher überhaupt Wasser verloren hat.

Der Boiler sitzt jedenfalls wieder an seinem Platz.

Und aktuell ist alles dicht.

Wassermelder – weil Vertrauen gut, Kontrolle aber schöner ist

Ganz ohne Konsequenzen wollten wir die Geschichte allerdings nicht lassen.

Rund um den Boiler haben wir deshalb mehrere Wassermelder platziert.

Sollte sich also irgendwo wieder ein Tropfen selbstständig machen, bekommen wir hoffentlich mit, bevor aus einem kleinen Tropfen ein Innenausbau mit Schwimmbadfunktion wird.

Das ist vielleicht ein bisschen paranoid.

Aber wer einmal monatelang einen LKW-Kofferaufbau ausgebaut hat, entwickelt irgendwann eine sehr persönliche Beziehung zu Flüssigkeiten.

Vor allem zu solchen, die sich nicht dort befinden, wo sie hingehören.

Denn Wasser ist im Grunde ein ziemlich beeindruckendes Zeug.

Man gibt ihm einen Schlauch.

Man gibt ihm eine Leitung.

Man gibt ihm einen Ablauf.

Man gibt ihm klare Anweisungen.

Und Wasser antwortet:

„Danke für die Vorschläge.“

Fazit: Kein Wasserschaden. Aber trotzdem Arbeit.

Am Ende können wir aktuell Entwarnung geben.

Unser vermeintlicher Wasserschaden war kein klassischer Wasserschaden.

Der Pundmann-Wasserboiler ist wieder eingebaut.

Das System funktioniert.

Der Druck ist auf einem normalen Niveau.

Und bisher bleibt alles trocken.

Ob unsere Vermutung mit dem zu hohen Druck tatsächlich die Ursache war, werden wir allerdings erst mit der Zeit und weiteren Tests sicher wissen.

Deshalb bleiben die Wassermelder erst einmal dort, wo sie sind.

Denn genau das ist für uns ein wichtiger Teil des gesamten Ausbaukonzepts:

Nicht alles muss beim ersten Versuch perfekt sein.

Aber man sollte Probleme möglichst früh erkennen.

Unsere erste Ausfahrt hat jedenfalls gezeigt, dass die grundsätzliche Technik funktioniert – und gleichzeitig genau das getan, was eine erste Probefahrt tun soll:

Sie hat uns auf die Stellen aufmerksam gemacht, bei denen wir noch einmal genauer hinschauen müssen.

Und damit hat unser HeilixBlechle seine erste Prüfung bestanden.

Nicht mit voller Punktzahl.

Aber immerhin ohne dass wir einen Swimmingpool einbauen mussten.

Für einen selbstgebauten LKW-Kofferaufbau ist das doch schon einmal ein ziemlich guter Anfang.

Fortsetzung folgt.

Natürlich.

Irgendwas wird uns schon noch einfallen.

Osmoseanlage für Trinkwasser im HeilixBlechle

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ja, jeder hat so seine Auffassung davon, wie er es mit dem Wasser hält.

Der eine trinkt aus dem Gartenschlauch, der andere möchte am liebsten vor jedem Schluck eine Wasseranalyse. Wir liegen vermutlich irgendwo dazwischen – wobei wir beim Trinkwasser dann doch etwas genauer hinschauen.

Unser Frischwasser wird bereits beim Befüllen über einen 2-Stufenfilter in die Tanks geleitet. Dieses Wasser nutzen wir zum Duschen, Waschen und für alles andere, was man im Fernreisemobil eben so mit Wasser anstellt.

Das Wasser zum Trinken bekommt bei uns allerdings eine Extrarunde.

Da wir mit einer Umkehrosmoseanlage bereits zu Hause sehr gute Erfahrungen gemacht haben, war schnell klar: So etwas kommt auch ins HeilixBlechle.

Natürlich nicht einfach von der Stange.

Selber bauen macht schließlich mehr Spaß. Zumindest behauptet man das so lange, bis man zum dritten Mal feststellt, dass das ausgesuchte Bauteil exakt drei Millimeter zu lang ist.

Wasseraufbereitung mit mehreren Stufen

Unsere selbst konstruierte Anlage wird über eine eigene Pumpe betrieben. Das Wasser wird durch die verschiedenen Filterstufen und Membranen gepresst und anschliessend als gereinigtes Wasser weitergeleitet.

Danach darf es bei uns noch eine kleine Wellnessbehandlung genießen: Das Wasser wird durch EMs und Rosenquarz verwirbelt.

Bevor es dann tatsächlich im Trinkwasserglas landet, kommt noch eine weitere Stufe dazu. Das Wasser wird durch einen UV-C-Filter von PUNDMANN geleitet. Damit werden mögliche Mikroorganismen nochmals reduziert.

So bekommt unser Trinkwasser also deutlich mehr Aufmerksamkeit als das Wasser für die Dusche.

Was vermutlich auch erklärt, warum wir beim Duschen manchmal etwas schneller fertig sind.

Die Anlage musste natürlich irgendwo hin

Und damit kam die nächste Herausforderung:

Wo baut man so etwas im ohnehin schon gut gefüllten Kofferaufbau ein?

Unsere Lösung war ein kleiner Holzkasten, in dem die komplette Osmoseanlage untergebracht ist. Dieser verschwindet im Zwischenboden und nimmt damit keinen wertvollen Platz im Wohnbereich weg.

Besonders wichtig war uns aber, dass die Anlage nicht für die Ewigkeit eingebaut wird.

Denn Winter und Wasser vertragen sich bekanntlich nur bedingt.

Deshalb haben wir die Konstruktion so ausgelegt, dass sich die komplette Anlage mit wenigen Handgriffen ausbauen und frostfrei einlagern lässt.

Das könnte sich irgendwann als ausgesprochen gute Idee herausstellen.

Oder auch als ausgesprochen gute Idee, nachdem wir einmal vergessen haben, sie auszubauen.

Wir werden berichten.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ein eigener Wasserhahn fürs Trinkwasser

Das aufbereitete Wasser läuft nicht zurück in den normalen Wasserkreislauf. Dafür gibt es einen eigenen Trinkwasserhahn.

Damit ist sofort klar:

Hier kommt das Wasser zum Trinken.

Unser Frischwasser bleibt für Dusche, Waschbecken & Co.

Die eigentliche Wasserversorgung hatten wir bereits in einem früheren Beitrag beschrieben. Wer sich dafür interessiert, kann gerne noch einmal in unseren Ausbauverlauf zur Wasserversorgung schauen.

Unser Fazit

Für uns ist die Kombination aus 2-Stufenfilter für das Frischwasser und einer zusätzlichen Umkehrosmoseanlage für Trinkwasser eine gute Lösung.

Die Osmoseanlage ist kompakt im Zwischenboden untergebracht, bekommt ihr Wasser über eine eigene Pumpe, durchläuft mehrere Filter- und Membranstufen und anschliessend noch die UV-C-Behandlung.

Und das Beste:

Wenn es draußen kalt wird, können wir das Ganze einfach ausbauen und frostfrei einlagern.

Jetzt muss die Anlage nur noch zuverlässig funktionieren.

Aber bei unserem Ausbau haben wir inzwischen gelernt:

Wenn etwas funktioniert und dabei nichts tropft, ist das bereits ein ziemlich großer Erfolg.

Die Nasszelle – nimmt Formen an

 

Es gibt beim Ausbau eines LKW-Kofferaufbaus diesen schönen Moment, an dem man denkt: „So, jetzt müssen wir eigentlich nur noch alles zusammenbauen.“

Wer unseren Bau der Nasszelle verfolgt hat, weiß allerdings: Dieser Satz ist gefährlich.

Sehr gefährlich.

Denn „nur noch zusammenbauen“ bedeutet bei uns erfahrungsgemäß ungefähr so viel wie „Das dauert nur fünf Minuten“. Und wir wissen inzwischen beide, was aus solchen Aussagen wird.

Diesmal geht es um die Nasszelle. Und damit um einen Bereich, der spätestens in zwei Wochen funktionieren muss. Dann soll es nämlich auf Tour gehen. Die Toilette ist bereits gebaut und wartet darauf, endlich ihren bestimmungsgemäßen Zweck erfüllen zu dürfen. Wer wissen möchte, wie wir dieses stille Örtchen gebaut haben, kann sich unseren Beitrag Bau der Toilette anschauen.

Jetzt musste also die Nasszelle selbst fertig werden.

 

 

Erst einmal alles vorbereiten

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Die gute Nachricht:

Wir haben inzwischen tatsächlich alle Teile vorgefertigt, angepasst und optimiert.

Die noch bessere Nachricht:

Eigentlich müssen wir jetzt nur noch alles zusammenstecken und verkleben.

Eigentlich.

Dieses kleine Wort begleitet uns inzwischen wie ein treuer Reisegefährte durch den gesamten LKW-Ausbau.

Die einzelnen Bauteile wurden also nochmals angepasst, kontrolliert und dort optimiert, wo wir beim ersten Zusammenbau festgestellt haben: „Das könnte man vielleicht noch besser machen.“

Was übersetzt meistens bedeutet:

„Das passt so nicht.“

Also wieder auseinanderbauen.

Anpassen.

Fluchen.

Nochmal anpassen.

Und irgendwann passt es dann tatsächlich.

 

 

Aus einer Wand wird eine Tür

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Besonders spannend wurde es bei der Wand unterhalb des Handwaschbeckens.

Hier haben wir eine Tür beziehungsweise Klappe vorgesehen. Dafür wurde zunächst die Öffnung ausgesägt.

Und jetzt kommt der Trick:

Das ausgesägte Stück sollte nicht im Müll landen, sondern gleich die Tür selbst werden.

Klingt zunächst ziemlich clever.

Ist es auch.

Bis man versucht, dieses ausgesägte Stück wieder so einzubauen, dass man später möglichst nicht sieht, dass es überhaupt einmal ausgesägt wurde.

Genau hier lag die eigentliche Herausforderung.

Die Tür musste so angebracht werden, dass die gesamte Fläche von außen möglichst wie aus einem Guss aussieht.

Kein sichtbarer Versatz.

Keine unnötigen Spalten.

Keine „Hier hat jemand eine Tür eingebaut“-Optik.

Also wurde gemessen, ausgerichtet, probiert und wieder ausgerichtet.

Irgendwann sah es tatsächlich so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Manchmal funktioniert unser Plan also doch.

Nicht immer.

Aber manchmal.

 

 

Das Handwaschbecken bekommt Licht

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Als Nächstes wurde das Brett montiert, auf dem später das Handwaschbecken sitzt.

Dieses Brett haben wir von innen verschraubt.

Das hat gleich zwei Vorteile: Die Befestigung ist sauber und von außen möglichst unsichtbar.

Und weil wir offenbar inzwischen der Meinung sind, dass ein Handwaschbecken alleine noch nicht genug Technik enthält, kam natürlich auch gleich die Beleuchtung dazu.

Die Innenbeleuchtung wurde verlegt und mit einem Magnetschalter versehen.

Das bedeutet:

Tür auf – Licht an.

Tür zu – Licht aus.

Eigentlich ziemlich simpel.

Aber genau solche Kleinigkeiten machen später den Unterschied zwischen „funktioniert irgendwie“ und „funktioniert im Alltag angenehm“.

Und da wir unseren LKW-Ausbau nicht nur anschauen, sondern irgendwann auch darin leben wollen, darf es ruhig ein bisschen komfortabel sein.

 

 

Natürlich fehlt noch ein Loch

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Ein Handwaschbecken braucht Wasser.

Wasser braucht Schläuche.

Und Schläuche brauchen Platz.

Also musste in das Brett natürlich noch eine Öffnung für die Abläufe und Wasserschläuche.

Das Loch wurde entsprechend ausgesägt und anschließend sauber abgerundet.

Warum?

Weil wir während der Fahrt nicht möchten, dass unsere Schläuche permanent an einer scharfen Kante scheuern.

Das wäre ungefähr so, als würde man einen Reifen absichtlich über eine Glasscherbe rollen lassen und anschließend überrascht sein, dass die Luft fehlt.

Also lieber vorher ordentlich machen.

Das Handwaschbecken wurde anschließend auf dem Brett verklebt.

Auch an der Wandseite wurde natürlich alles sauber abgedichtet und mit Sika 522 verfugt.

Denn Feuchtigkeit hinter den Wänden ist ungefähr so willkommen wie ein Motorschaden am ersten Urlaubstag.

Also gar nicht.

 

 

Und dann kamen die Wasserschläuche

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Jetzt wurde es richtig interessant.

Die Wasserschläuche mussten an der Duscharmatur und am Handwaschbecken angeschlossen werden.

Damit war es aber natürlich noch lange nicht getan.

Denn wenn irgendwo Wasser hineinfließt, muss es irgendwann auch wieder heraus.

Also mussten gleichzeitig sämtliche Abläufe angepasst, adaptiert und angeschlossen werden.

Eine Mammutaufgabe.

Oder anders gesagt:

Wir haben aus einem kleinen Badezimmer eine hydraulische Versuchsanlage gemacht.

Wer unseren bisherigen Ausbauverlauf kennt, weiß, dass Wasser bei uns ohnehin ein eigenes Kapitel verdient. Schließlich haben wir uns bereits ausführlich mit Frischwasser und Abwasser beschäftigt.

Und gerade beim Abwasser haben wir gelernt:

Ein Ablauf sieht auf einer Zeichnung immer wesentlich einfacher aus als im fertig ausgebauten LKW.

Da treffen Schläuche auf Wände, Wände auf Böden, Böden auf Tanks und irgendwo dazwischen möchte man selbst auch noch Platz zum Arbeiten haben.

Warum einfach, wenn es auch mit vier Adaptern geht?

 

 

Anschließen, testen und hoffen

Nachdem sämtliche Schläuche und Abläufe angeschlossen waren, kam der vermutlich wichtigste Teil:

testen.

Denn bevor man alles endgültig verschließt und verfugt, sollte man wissen, ob das Wasser tatsächlich dort ankommt, wo es ankommen soll.

Und vor allem:

Ob es irgendwo ankommt, wo es definitiv nicht ankommen soll.

Also wurde alles auf Funktion geprüft.

Wasser marsch!

Und siehe da:

Es funktioniert.

Das ist einer dieser Momente beim Selbstausbau, in denen man kurz innehält und sich denkt:

„Vielleicht können wir das tatsächlich.“

Dieser Gedanke hält meistens ungefähr bis zum nächsten Bauteil.

 

 

Jetzt wird endgültig verfugt

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Nachdem alles angeschlossen und auf Funktion geprüft war, ging es an die letzte große Abdichtungsrunde.

Alle Kanten innerhalb der Nasszelle wurden verfugt.

Das Ziel ist klar:

Keine Feuchtigkeit soll hinter die Wände gelangen.

Keine versteckten Wasserwege.

Keine kleinen Überraschungsbiotope.

Keine spätere Entdeckung nach dem Motto:

„Komisch, warum riecht es hier eigentlich nach Feuchtigkeit?“

Wir hoffen also sehr, dass unsere Abdichtung genau das tut, was sie soll.

Dicht sein.

Hoffentlich.

Das Wort „hoffentlich“ ist beim Ausbau übrigens kein technischer Fachbegriff.

Es fühlt sich manchmal aber verdächtig danach an.

 

 

 

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Für die erste Reise ist die Nasszelle bereit

Damit ist die Nasszelle für unsere erste Reise tatsächlich funktionsfähig.

Die Toilette ist eingebaut.

Das Handwaschbecken sitzt.

Die Duscharmatur ist angeschlossen.

Die Wasserleitungen sind verlegt.

Die Abläufe funktionieren.

Die Beleuchtung schaltet über den Magnetschalter.

Und die Kanten sind abgedichtet.

Was noch fehlt?

Natürlich.

Duschvorhang und Schränke.

Aber das kommt nach der Reise.

Man muss schließlich auch noch ein paar Baustellen übriglassen. Sonst würde uns unterwegs vermutlich langweilig werden.

Und außerdem haben wir inzwischen gelernt:

Wenn etwas beim ersten Versuch tatsächlich fertig wird, sollte man misstrauisch werden.

Für die erste Fahrt ist die Nasszelle jedenfalls bereit.

Und damit sind wir unserem Ziel wieder ein gutes Stück näher gekommen:

Aus einem ehemaligen LKW-Kofferaufbau wird langsam, aber ziemlich sicher, unser Zuhause auf Rädern.

Mal sehen, was bis zur Abfahrt noch alles schiefgehen kann.

Wir bleiben optimistisch.

Das ist wahrscheinlich das Wichtigste beim Selbstausbau.

Und ein bisschen Sika.

Sehr viel Sika.

Instagramaccount erstellt – Ja, ich habe es tatsächlich getan

Ja ja …

Ich hab mich immer dagegen gewehrt.

Instagram.

Dieses Internet-Ding, bei dem offenbar jeder sein Frühstück fotografiert, Menschen in perfekt ausgeleuchteten Wohnungen irgendwelche Dinge schrauben und selbst der dreckigste Schraubenschlüssel aussieht, als hätte er gerade einen Designpreis gewonnen.

Und jetzt?

Jetzt habe ich es doch gemacht.

Ich habe einen Instagramaccount für unser HeilixBlechle eingerichtet.

Manchmal muss man im Leben eben über seinen eigenen Schatten springen.

Oder in meinem Fall über den eigenen digitalen Widerstand.

Das HeilixBlechle jetzt auch auf Instagram

Wer unseren bisherigen Ausbauverlauf verfolgt, weiß inzwischen ziemlich genau, dass unser LKW-Fernreisemobil nicht unbedingt nach einem klassischen Hochglanz-Camper aussieht.

Bei uns gibt es Schrauben.

Viele Schrauben.

Manchmal die falschen.

Es gibt Kabel, die genau dort verlaufen, wo sie eigentlich nicht verlaufen sollten, Planänderungen, spontane Problemlösungen, kleinere Katastrophen und natürlich immer wieder die berühmte Erkenntnis:

„Das machen wir schnell noch.“

Wer diesen Satz kennt, weiß, dass danach meistens nichts mehr schnell geht.

Genau diesen Ausbau unseres LKW-Kofferaufbaus zum Fernreisemobil möchte ich künftig zusätzlich auf Instagram in etwas kürzerer Form dokumentieren.

Der Instagramaccount hört – wie sollte es auch anders sein – auf den wenig überraschenden Namen:

s_heilixblechle (Schwäbisch: das HeilixBlechle)

Hier geht es zum Account:

Instagram – s_heilixblechle

… oder oben einfach oben mit deinem Handy „abscannen“

Noch ist dort eher Baustelle

Der Account ist aktuell noch im Aufbau.

Was eigentlich ganz gut zu unserer Website passt.

Denn auch die ist während unseres Projekts irgendwie mitgewachsen.

Und wenn ich ehrlich bin, trifft „noch im Aufbau“ auch auf meine Instagram-Kenntnisse ziemlich genau zu.

Ich muss mich mit diesem ganzen Tool erst einmal auseinandersetzen.

Wo klickt man was?

Warum ist das Bild jetzt plötzlich quadratisch?

Warum sieht das Foto auf dem Handy anders aus als auf dem Rechner?

Und vor allem:

Warum gibt es für eine Sache ungefähr 17 verschiedene Knöpfe?

Ich habe bereits gelernt, dass man offenbar nicht einfach ein Bild hochlädt und fertig.

Das wäre ja auch zu einfach.

Und wer unseren Ausbauverlauf kennt, weiß: Einfach wäre für uns ohnehin verdächtig.

Instagram wird also auch nicht perfekt

Das möchte ich gleich vorwegnehmen.

Die ersten Bildbeiträge werden vermutlich nicht aussehen wie aus einem professionellen Reisemobil-Magazin.

Das liegt nicht daran, dass ich keine Kamera bedienen kann.

Es liegt vielmehr daran, dass ich gerade erst herausfinde, welche Kamera ich überhaupt bedienen soll.

Und dann muss das Foto natürlich noch gut aussehen.

Der richtige Ausschnitt.

Das richtige Licht.

Das richtige Format.

Der richtige Text.

Und möglichst kein Schraubenschlüssel, der irgendwo ungünstig im Bild herumliegt.

Wobei …

Das wäre bei unserem Ausbau vermutlich sogar authentisch.

Also bleibt er vielleicht einfach drin.

Es wird hoffentlich besser

Seht es mir deshalb nach, wenn die ersten Beiträge noch etwas … sagen wir … experimentell aussehen.

Daher dürften die Bildbeiträge im Laufe der nächsten Wochen hoffentlich immer besser werden.

Zumindest ist das der Plan.

Und wir wissen ja inzwischen:

Ein Plan ist beim HeilixBlechle grundsätzlich erst einmal eine sehr optimistische Einschätzung der zukünftigen Realität.

Vielleicht wird aus dem Instagramaccount also tatsächlich irgendwann eine halbwegs vernünftige Dokumentation.

Vielleicht lerne ich sogar noch, wie man diese ganzen Funktionen richtig benutzt.

Und vielleicht schaffe ich es irgendwann, ein Bild zu veröffentlichen, ohne vorher fünf Minuten lang zu überlegen, ob ich gerade versehentlich das Internet kaputt mache.

Man darf gespannt sein.

Also: Jetzt gibt es uns auch dort

Wer unseren Ausbau des LKW-Fernreisemobils nicht nur hier auf HeilixBlechle.de, sondern auch in kleinen Häppchen verfolgen möchte, darf uns gerne auf Instagram besuchen.

s_heilixblechle auf Instagram , oder hier oben einfach mit deinem Handy „abscannen“

Der Ausbau ist noch nicht fertig und meine Instagram-Kenntnisse schon gar nicht.

Wer unseren bisherigen Weg noch nicht kennt, kann sich derweil durch den Ausbauverlauf arbeiten. Dort gibt es inzwischen reichlich Material – vom Möbelbau über Elektrik und Heizung bis hin zu den zahlreichen kleinen Problemen, die man beim Selbstausbau eines LKW-Kofferaufbaus vorher selbstverständlich nicht auf dem Zettel hatte.

Denn eines haben wir inzwischen gelernt:

Beim Ausbau eines Fernreisemobils ist nicht die Frage, ob etwas anders kommt als geplant.

Die Frage ist nur:

Wie schnell finden wir eine Lösung – und wie überzeugend können wir hinterher behaupten, dass genau das so geplant war?

In diesem Sinne:

Instagram ist eingerichtet.

Jetzt muss ich nur noch lernen, damit umzugehen.

Ich geh dann mal üben.

Und wenn dabei etwas schiefgeht …

… gibt es immerhin schon wieder Material für den nächsten Beitrag.

😎📱🔧🚚

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Der 1. Wasserschaden

(C) Ernst und Meike Wagner

 

Die Zeit ist uns davongelaufen.

Unser Abfahrtstermin war leider nicht mehr zu halten. Also verschieben wir ihn um eine Woche.

Eine Woche.

Das klingt großzügig. Beim Bau eines LKW-Fernreisemobils ist eine Woche allerdings ungefähr die Zeit, die man braucht, um eine Schraube zu finden, drei andere Dinge zu reparieren und dabei fünf neue Probleme zu entdecken. Aber egal. Wir hatten ja einen Plan.

Zumindest theoretisch.

Erst einmal zu TEGOS

Nach unserem Termin beim Schreiner ging es mit dem LKW zur Firma TEGOS. Dort sollten unsere Türen und Klappen nochmals eingestellt werden.

Das war übrigens kein spontaner Einfall, nachdem wir festgestellt hatten, dass die Türen nicht so wollten wie wir. Die Nachjustierung war bereits Bestandteil der Vereinbarung, die wir damals getroffen hatten. Und rückblickend können wir sagen:

Zum Glück haben wir diesen Termin gemacht.

Denn was danach kam, hätten wir sonst vermutlich auf eigene Kosten und mit deutlich mehr schlechter Laune herausfinden dürfen.

Petrus hilft beim Testen

Am Abend stellten wir das Fahrzeug auf dem Parkplatz ab. Ein Gewitter hatte sich bereits angekündigt allerdings waren wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da als es losging. Am nächsten Morgen war dann ziemlich eindeutig zu erkennen, dass Petrus in der Nacht offenbar beschlossen hatte, unseren Kofferaufbau einer kleinen Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen.

Kostenlos.

Unangemeldet.

Und mit reichlich Wasser.

Also ab in die Werkstatt zum einstellen. Eigentlich sollten dort nur noch die Türen und Klappen eingestellt werden.

Eigentlich.

Und plötzlich war da Wasser

Während der Arbeiten zeigte sich dann das eigentliche Drama.

Wasser.

Nicht dort, wo Wasser normalerweise hingehört. Sondern dort, wo wir es definitiv nicht bestellt hatten. Offensichtlich war der Regen oben durch noch nicht vollständig abgedichtete Spalten eingedrungen. Von dort aus folgte er konsequent der Schwerkraft. Wasser ist da erfreulich zuverlässig.

Es lief also nach unten – innerhalb der Zarge.

Bis hierhin wäre das noch gar nicht so schlimm gewesen. Wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte es schließlich auch wieder heraus können.

Sollte.

Hatten wir aber nicht vorgesehen. Denn in die unteren Dichtungen der Türen und Klappen hatten wir keine Öffnungen eingeschnitten, durch die das eingedrungene Wasser wieder nach außen hätte ablaufen können.

Warum auch?

Wir hatten schließlich abgedichtet. Und wenn etwas abgedichtet ist, kommt ja bekanntlich kein Wasser hinein. Dieser Gedanke war ungefähr so wasserdicht wie unser Kofferaufbau.

Das Wasser sammelte sich also innerhalb der Zarge.

Der Pegel stieg.

Und stieg.

Bis er irgendwann die obere Kante erreichte.

Und dann lief das Wasser über.

Direkt in den Innenraum.

Da war er also.

Unser erster Wasserschaden.

In einem Fernreisemobil.

Noch bevor wir damit überhaupt richtig auf Fernreise gegangen waren.

Man muss schließlich auch nicht immer erst bis Afrika fahren, um Abenteuer zu erleben.

 

Holz und Wasser – eine schwierige Beziehung

Unsere Verkleidungen fanden die ganze Angelegenheit ebenfalls nicht besonders lustig. Holz und Wasser sind einfach keine gute Kombination. Die Verkleidungen quollen auf und eine Stelle hat sich bis heute nicht wieder vollständig zurückgebildet. Man könnte sagen, wir haben damit gleich eine individuelle Innenraumgestaltung geschaffen. Andere nennen so etwas vielleicht einen Mangel.

Wir nennen es Erfahrung in 3D.

(C) Ernst und Meike Wagner

 

 

Die Problemlösung

Nachdem die Türen und Klappen nochmals ordentlich eingestellt waren, war klar: So lassen wir das nicht.

Die Lösung war zum Glück recht einfach. In die unteren Dichtungen wurden jeweils Öffnungen eingeschnitten.

Sollte künftig also wieder einmal Wasser in die Zarge gelangen, kann es sofort nach aussen ablaufen.

Kein Wasserpegel.

Kein Überlaufen.

Keine spontane Innenraum-Bewässerung.

Und vor allem keine weitere kostenlose Holzaufquellung.

Die Erkenntnis daraus ist eigentlich simpel:

Eine gute Abdichtung ist wichtig. Eine funktionierende Entwässerung aber mindestens genauso.

Denn wenn Wasser irgendwo hineinkommt, sollte man ihm wenigstens einen Ausgang anbieten.

Sonst sucht es sich selbst einen.

Und Wasser hat dabei wesentlich mehr Geduld als wir.

Wieder etwas gelernt

Natürlich war der Wasserschaden ärgerlich.

Aber genau deshalb dokumentieren wir unseren Ausbauverlauf.

Denn beim Bau eines LKW-Fernreisemobils läuft eben nicht alles so, wie man es vorher auf dem Papier geplant hat. Manchmal funktioniert etwas sofort. Manchmal braucht es einen zweiten Versuch. Und manchmal braucht es ein Gewitter, eine aufgequollene Verkleidung und einen kleinen Schuss Selbstüberschätzung, um festzustellen, dass die eigene Lösung vielleicht doch noch nicht ganz fertig war. Das gehört zum Selbstausbau dazu.

Kleben, Bohren, Messen, Nachmessen, Fluchen, Ändern und gelegentlich die Erkenntnis:

„Das hätten wir auch gleich anders machen können.“

Natürlich.

Im Nachhinein ist man immer unglaublich schlau.

Danke an TEGOS

An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an die Firma TEGOS für eure Unterstützung und Hilfe.

Gerade bei solchen Problemen ist es Gold wert, wenn man einen Ansprechpartner hat, der sich mit den verbauten Türen und Klappen wirklich auskennt.

Fazit

Unser erster großer Wasserschaden.

Nicht geplant.

Nicht schön.

Aber immerhin noch rechtzeitig entdeckt.

Die wichtigste Erkenntnis?

Ein Kofferaufbau muss nicht nur dicht sein. Er muss auch mit dem Wasser umgehen können, das es trotzdem irgendwie hinein schafft.

Denn Wasser findet jeden Spalt.

Es läuft jeden Weg.

Und wenn man ihm keinen Weg nach draußen baut, sucht es sich eben einen eigenen.

Bei uns führte dieser Weg direkt ins Wohnzimmer.

Beim nächsten Mal darf das Wasser gerne draußen bleiben.

Wir haben nämlich noch andere Pläne.

Zum Beispiel irgendwann tatsächlich loszufahren.

Und diesmal hoffentlich ohne unser eigenes kleines Hallenbad im Koffer.

Categories: Ausbauverlauf, Fail, Koffer, Wasser